Apothekenbote sprengt VOASG-Anhörung

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Berlin -

Die Woche stand nahezu vollständig im Zeichen von AvP – die Insolvenz des Rechenzentrums ist DAS beherrschende Thema. Sorry, aber für Satire eignet sich wirklich nicht: Dafür sind die Sorgen der Apotheker und auch der Mitarbeiter des Rechenzentrums zu groß, teilweise existenziell. Stellen wir uns lieber gemeinsam vor, wie die Anhörung zum Apothekenstärkungsgesetz (VOASG) im Bundestag abgelaufen ist.

In Corona-Zeiten ist auch eine öffentliche Anhörung im Gesundheitsausschuss nicht mehr dasselbe, insbesondere nicht so richtig öffentlich. Teilnehmer beim Austausch über das Apothekenstärkungsgesetz wurden über Video-Konferenz zugeschaltet – mit den bekannten Erscheinungen, die das mit sich bringt. Da wird gestrickt, da laufen Katzen durchs Bild, kurzum, es wird ungewohnt privat bei Zoom und Skype und Teams.

Und dann kann es durchaus passieren, dass jemandem, der sich sonst eher kritisch gegenüber Apothekern äußert und ihnen nicht das Schwarze unter den Fingernägeln gönnt, nennen wir ihn der Einfachheit halber Karl. L., dass also so jemand auch das geplante Botendiensthonorar nicht goutierte. Und wäre es da nicht bezaubernd, wenn es mitten in der Digi-Telko bei Karlchen an der Tür klingeln würde und es wäre der Botendienst der Apotheke und würde ihm sein Magenmittel bringen? Und alle würden denken: Ach, wie sympathisch.

Wer wirklich bei der Anhörung geladen war: Iris an der Heiden, die Dauerbegutachterin des deutschen Apothekenmarkts. Sie findet, dass es den Apotheken insgesamt gut geht. Weil es aber jedes Jahr hunderten Apotheken so gut geht, dass sie aufgeben, sucht das Iges nach regionalen Gründen. Und das sollte laut an der Heiden auch die Regierung tun, statt mit der Gießkanne Boni-Verbote zu verhängen und pharmazeutische Dienstleistungen zu vergüten. Kurzum: Sie findet, dass das Apothekenstärkungsgesetz die Apotheken nicht stärkt.

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