Hersteller lassen AOK sitzen

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Berlin - Die AOK Baden-Württemberg hat bei ihrer Ausschreibung für Grippeimpfstoffe eine Schlappe kassiert: Für Vakzine ohne Kanüle ging laut Kasse kein zuschlagsfähiges Angebot ein. Nun denkt man in Stuttgart darüber nach, mit den Herstellern zu verhandeln.

Die AOK war früh dran und hatte im April Impfstoffpartner für die übernächsten Grippewellen gesucht. Gesucht wurden zwei Hersteller: Einer soll Impfstoffe zur Anwendung ab sechs Monaten in 1er- und 10er-Packungen mit Kanüle liefern, der andere Impfstoffe ohne Kanüle.

Die AOK-Ausschreibung ist die erste für die Grippesaison 2018/2019. Womöglich wollte man noch langfristig Verträge schließen, bevor sie politisch abgeschafft werden: Denn führende Gesundheitspolitiker von Union und SPD planen, Ausschreibungen zu Impfstoffen wieder abzuschaffen. Das Instrument habe sich nicht bewährt, hieß es in einem „Grundlagenpapier zu den Ergebnissen des Pharmadialogs“.

Bis Mitte Juni konnten die Hersteller ihr Angebot einreichen; jeder Bieter sollte aber höchstens für ein Fachlos einen Zuschlag erhalten. Damit wollte die AOK die gesetzliche Vorgabe erfüllen, dass Verträge mit mindestens zwei Herstellern geschlossen werden müssen.

Die derzeitigen Verträge für Baden-Württemberg wurden 2014 geschlossen und laufen noch bis Juni 2017. Den Zuschlag erhielt Abbott. Da der Vertrag bereits 2014 abgeschlossen wurde, gibt es im Ländle noch einen exklusiven Rabattpartner. Denn die neue Vorgabe im Sozialgesetzbuch trat erst 2015 in Kraft.

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