Gelockerte Rabattverträge wirken

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Berlin - Die Krankenkassen haben mit Rabattverträgen im vergangenen Jahr knapp 5 Milliarden Euro an Einsparungen erzielt. Der Wert lag sogar leicht über dem Vorjahr, obwohl die Regelungen zur Umsetzung der Verträge gelockert wurden. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) fordert daher die Beibehaltung der aktuellen „Pandemie-Regeln“.

Die Apotheker haben den Kassen mit der Umsetzung der Rabattverträge 4,966 Milliarden Euro an Einsparungen gebracht, so der DAV mit Verweis auf die aktuellen Zahlen aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG). Das sei nach 4,965 Milliarden Euro im Jahr zuvor sogar ein neuer Rekordwert.

Lieferengpässe und Lockdowns hätten die Arzneimittelversorgung im vergangenen Jahr zusätzlich erschwert, so DAV-Vorsitzender Thomas Dittrich: „Dass sie dennoch gut funktioniert hat, ist auch auf das Aussetzen der strengen sozialrechtlichen Regeln im Umgang mit Rabattarzneimitteln seit Ende April 2020 zurückzuführen.“ Patient:innen könnten aktuell leichter mit einem Ersatzpräparat versorgt werden, wenn das Rabattarzneimittel nicht lieferfähig ist. So ließen sich unnötige Kontakte durch wiederholte Apothekenbesuche reduzieren und Lieferengpässe mildern.

Dittrich fordert: „Diese ‚Beinfreiheit‘ ist im Moment an die Fortgeltung der epidemischen Lage gekoppelt, wir brauchen sie aber auch langfristig über die Pandemie hinaus. Dass sie in keiner Weise kostentreibend wirkt, belegt der neue Rekord bei den Rabatteinsparungen.“

Den Großteil der Ersparnis teilen sich laut DAV die AOKen und Ersatzkassen (vdek) mit je zwei Milliarden Euro. Der übrige Betrag entfällt auf Betriebs-, Innungs- und Landwirtschaftskrankenkassen sowie die Knappschaft.

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