Apotheken droht Rabattvertragschaos

, Uhr

Berlin - Apothekenmitarbeiter:innen droht in den kommenden Monaten ein absolutes Abgabechaos. Alleine bei den Ersatzkassen treten bis weit ins Jahr 2022 hinein immer wieder neue Rabattverträge in Kraft – mit individuellen Terminen für einzelne Kassen. Auch die Anzahl der Rabattpartner und die jeweiligen Hersteller unterscheiden sich. Diskussionen mit verunsicherten Patient:innen könnten zum Dauerzustand werden.

Seit 2018 schreiben die Ersatzkassen gemeinsam aus; zunächst gab es einige kleinere Ausschreibungen als Testballons. Denn weil die einzelnen Kassen vielfach bereits Verträge abgeschlossen hatten, unterscheiden sich die Starttermine – was für die Umstellung der Lieferketten alles andere als trivial ist. Ziel der Kassen ist es, am Ende der Vertragslaufzeit einen einheitlichen Rhythmus zu haben.

So gestaltet sich die Situation auch jetzt, nur dass schon aufgrund der Menge der ausgeschriebenen Wirkstoffe ein wochenlanges Chaos droht: Insgesamt rund 270 Rabattverträge für verschiedene Wirkstoffe treten in Kraft – verteilt auf knapp ein Dutzend unterschiedliche Starttermine. Ausgeschrieben hatten DAK beziehungsweise TK, jeweils eine Auswahl an Wirkstoffen für alle Ersatzkassen. Allerdings sind die Fachlose aufgeteilt in drei Gruppen: So gibt es gemeinsame Verträge für TK, hkk und HEK, DAK und KKH haben unter Umständen andere Rabattpartner, genauso wie die Barmer.

Bei den Verträgen der DAK ist das jeweilige Startdatum noch nicht einmal bekannt, da in den Ausschreibungsunterlagen nur auf die Anlage B3 Anhang V „Übersicht Rabattlaufzeiten“ verwiesen wird. Anders in den beiden von der TK betreuten Ausschreibungen: Die meisten Verträge der Barmer treten am 1. Oktober in Kraft. Bei TK, hkk und HEK gibt es vielfach ab 1. November neue Rabattpartner. Bei DAK und KKH müssen die meisten Versicherten am 1. November beziehungsweise 1. Januar umgestellt werden. Doch es gibt auch zahlreiche Rabattverträge, die zu einem anderen Termin starten, im März, Juli oder Oktober kommenden Jahres etwa oder in Einzelfällen sogar erst 2023. Selbst innerhalb der drei Gruppen gibt es noch Abweichungen.

Beispiel Captopril: Die Verträge für die Barmer treten am 1. Oktober in Kraft, dasselbe gilt für die hkk, nicht aber für die beiden anderen Kassen aus der gemeinsamen Gruppe: Bei der TK wird einen Monat später umgestellt, bei der HEK erst im Juli 2023. Auch bei der KKH starten die neuen Verträge am 1. November, bei der DAK dagegen erst im Juli 2022.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
US-Staatsanwälte schreiben an Zuckerberg
Facebooks Umgang mit Impfgegnern»
Nur noch eine Rezeptur pro Verordnung
Platzmangel durch Hash-Code und Z-Daten»
Dosierungsangabe
Achtung Retax: >>2x»