Candesartan bleibt Engpass-Champion

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Berlin - Die Zahl der aufgrund von Lieferengpässen nicht abgegebenen Arzneimittelpackungen ist vergangenes Jahr leicht gesunken: Einer Auswertung des Deutschen Arzneiprüfungsinstitutes (DAPI) zufolge waren 16,7 Millionen Rabattarzneimittel nicht verfügbar. Im Vorjahr waren es noch 18 Millionen. Die mit Abstand meisten Probleme verursachte Candesartan.

„Damit blieben die Lieferengpässe in Apotheken auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr“, so die Abda. Die DAPI-Auswertung bezieht sich nur auf Verordnungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die am stärksten betroffenen Arzneimittelgruppen waren laut Abda Blutdrucksenker, Magensäureblocker und Schmerzmittel. Trauriger Spitzenreiter war der Blutdrucksenker Candesartan mit 2,1 Millionen Packungen. Es folgen Metformin und Pantoprazol mit je 0,7 Millionen Packungen, Ibuprofen mit 0,6 Millionen und Metoprolol mit 0,5 Millionen Packungen. Insgesamt wurden 2020 etwa 643 Millionen Arzneimittel in Deutschland auf Rezept zulasten der GKV abgegeben.

Allerdings, so lobt die Abda, habe sich seit April 2020 „eine gewisse Entschärfung der Problematik“ ergeben, da Apotheken seitdem vom Gesetzgeber einige Erleichterungen bei der Auswahl von Ersatzmedikamenten zugestanden wurden. „Die Corona- Gesetzgebung hat den Apotheken bei Lieferengpässen geholfen, die Patienten schneller mit Austauschpräparaten zu versorgen“, so der DAV-Vorsitzende Thomas Dittrich. Die damals eingeführte Sars-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung gebe den Apotheken mehr Flexibilität, mit der sie auch sehr verantwortungsvoll umgehen würden. „Diese pharmazeutische Beinfreiheit beim Einsatz vorrätiger Medikamente sollte unabhängig von der Pandemie erhalten bleiben“, fordert Dittrich. „Lieferengpässe waren schon vor Corona da, und es wird sie auch danach geben.“

Andererseits seien Abgabe und Austausch durch die Pandemie durchaus erschwert worden. „Die Apotheken betreiben jeden Tag einen großen personellen und logistischen Aufwand, um ihre Patienten mit gleichwertigen Austauschpräparaten zu versorgen, wenn ein bestimmtes Medikament eines bestimmten Herstellers nicht lieferbar ist“, so Dittrich. „Seit Beginn der Corona-Pandemie vor mehr als einem Jahr ist das besonders herausfordernd, da zusätzlich auch noch die Kontakte reduziert, also wiederholte Apothekenbesuche vermieden werden sollten.“

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