Lieferengpässe: Keine Mehrkosten für Versicherte

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Berlin -

Wenn das Generikum nicht lieferbar ist, bleibt mitunter nur das Original – mit teilweise drastischer Aufzahlung. Seit 1. August müssen Patienten mögliche Mehrkosten im Zusammenhang mit den Festbeträgen nicht mehr aus eigener Tasche zahlen. Die Änderung des Rahmenvertrages setzt die Vorgaben im Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz um. Gute Nachrichten gibt es auch für die Apotheke – es ist nur ein Defektbeleg beim Großhandel einzuholen.

Nach § 129 Absatz 4c Sozialgesetzbuch (SGB V) müssen Kasse und Hersteller bei Rabattverträgen eine bedarfsgerechte Versorgung der Versicherten sicherstellen. Ist ein rabattiertes Arzneimittel nicht verfügbar, ist die Apotheke unmittelbar zur Abgabe eines lieferbaren wirkstoffgleichen Arzneimittels berechtigt. Ist kein Arzneimittel zum Festbetrag verfügbar, trägt die Krankenkasse abweichend die Mehrkosten und nicht der Patient. Zum 1. August wurde § 11 Rahmenvertrag entsprechend angepasst und um zwei Absätze ergänzt.

Der Festbetrag ist die vom GKV-Spitzenverband festgelegte Preisobergrenze und stellt den maximalen Betrag dar, den die Kassen für ein Arzneimittel zahlen. Festbeträge werden gebildet, wenn mehrere Arzneimittel als vergleichbar eingestuft werden und die Kassen eine Erstattungsobergrenze festlegen wollen. Etwa 80 Prozent der ärztlichen Verordnungen betreffen Arzneimittel aus Festbetragsgruppen, die 40 Prozent der Umsätze im GKV-Markt ausmachen.

Übersteigt der Verkaufspreis eines Arzneimittels den Festbetrag, zahlen Patienten in der Regel die Differenz aus eigener Tasche. Alternativ können sie mit einem anderen, als therapeutisch gleichwertig eingestuften Arzneimittel versorgt werden, für das keine Aufzahlung fällig wird.

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