Ab 1. März: Ersatzkassen genügt ein Defektbeleg

, Uhr

Berlin - Bei Lieferengpässen müssen Apotheken gegenüber den Ersatzkassen nur noch einen statt bislang zwei Großhändler anfragen, bevor sie ein vorrätiges Alternativmedikament an den Patienten abgeben dürfen. Außerdem dürfen bei Nichtverfügbarkeit nach Rücksprache mit dem Arzt auch Packungsgröße und -anzahl geändert werden, um Versicherte sofort versorgen zu können.

Das regelt der neue Arzneiversorgungsvertrag (AVV) zwischen dem Deutschen Apothekerverband (DAV) und dem Verband der Ersatzkassen (vdek), der nach zweijährigen Verhandlungen an den Rahmenvertrag sowie gesetzliche Neuregelungen angepasst wurde. Die neuen Regelungen treten bereits zum 1. März in Kraft.

„Die schnelle Versorgung des Patienten mit dem richtigen Arzneimittel ist gerade in Pandemiezeiten extrem wichtig, um unnötige Kontakte zu vermeiden“, sagt DAV-Chef Thomas Dittrich. „Aber auch jenseits der Pandemie beeinträchtigen Lieferengpässe die Versorgung und erhöhen den Aufwand in der Apotheke. Der neue Arzneiversorgungsvertrag zwischen Apotheken und Ersatzkassen ist eine Win-Win-Situation, da die Versicherten schneller versorgt werden können und die Apotheken von unnötiger Bürokratie entlastet werden.“

Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek, sagte: „Der Vertrag erleichtert nicht nur unter Corona-Bedingungen die Versorgung der Ersatzkassenversicherten mit Medikamenten. Er vereinfacht und beschleunigt auch die Abläufe für die Apotheken. So erhalten die Ersatzkassenversicherten in dringenden Fällen auch bei Nichtverfügbarkeit des verordneten Präparates umgehend ein gleichwertiges Medikament, ohne dass die Apotheke hier noch einmal Rücksprache mit der Arztpraxis halten muss.“

Mit der Corona-Eilverordnung waren den Apotheken vor knapp einem Jahr verschiedene Erleichterungen bei der Abgabe eingeräumt worden. Allerdings sind die Möglichkeiten nur zeitlich begrenzt und enden derzeit zum 31. März. Über eine Verlängerung wird noch diskutiert.

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Empfehlung des GKV-Spitzenverbandes
Fehlende Dosierungen: Kein Retax-Grund »
Weiteres
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Mehr Feuchtigkeit, stärkere Barriere
Ectoin in der Allergiepflege»
Kühlen, cremen, ablenken
Erste Hilfe bei Juckreiz»

Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B