Keine Drittanbieter erlaubt

Liefervertrag: Zutritt nur für Apotheken

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Berlin -

Die zwischen Kassen und Apothekerverbänden ausgehandelten Lieferverträge gelten nur für Apotheken – der Beitritt anderer Leistungserbringer ist nicht möglich. Das hat das Sozialgericht des Saarlandes entschieden. Der Homecare-Anbieter Mediq wollte von den besseren Konditionen bei Trinknahrung profitieren – und drohte damit, das gesamten Vertragswerk zu Fall zu bringen.

Im Arzneiversorgungsvertrag (AVV) zwischen Ersatzkassenverband vdek und Deutschem Apothekerverband (DAV) ist auch die Abrechnung von Krankenkost/Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen geregelt: Laut Anlage 2, Teil 2 dürfen Apotheken bei Elementardiäten und Sondennahrung den Apothekeneinkaufspreis (AEP) zuzüglich 3 Prozent plus 6,38 Euro abrechnen.

Das ist für Apotheken nicht gerade attraktiv, aber immer noch besser als der Betrag von AEP minus 28 Prozent, den die DAK 2017 mit der Firma MD Medicus CareService ausgehandelt hatte. Gänzlich ungewöhnlich sind solche Negativkonditionen in diesem Bereich allerdings nicht; mehr als 100 Anbieter haben seitdem ihren Beitritt zu dem Vertrag erklärt.

Die Verhandlungen mit Mediq scheiterten dagegen an den Preisvorstellungen. Stattdessen rechnete die Firma in Anlehnung an den AVV einen Aufschlag von 3 Prozent ab – bis ihr im März 2018 mitgeteilt wurde, dass sie ohne eigene vertragliche Regelung die Versicherten nicht mehr beliefern dürfe. Kurzerhand erklärte das Unternehmen nun den Beitrag zum AVV – was DAK und vdek ablehnten, da dieser den Apotheken vorbehalten sei.

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