Hausärzte und Apotheker in Nordrhein

eRezept: Kein Spielball unkontrollierbarer Marktkräfte APOTHEKE ADHOC, 03.09.2020 11:40 Uhr

Berlin - Trotz des nicht ausgeräumten Konfliktes beim Thema Grippeschutzimpfungen durch Apotheker wollen Ärzte in Zukunft stärker mit den Pharmazeuten zusammenzuarbeiten, um die medizinische Versorgung der Menschen vor Ort zu stärken. Das ist das zentrale Ergebnis eines Dialogs zwischen dem Hausärzteverband und Apothekerverband in Nordrhein. Einig waren sich Apotheker- und Ärztevertreter darin, dass bei der Einführung des eRezept ein technisches Makelverbot implementiert werden muss.

Die beiden Vorsitzenden des Hausärzteverbandes Nordrhein, Dr. Oliver Funken und Dr. Jens Wasserberg, haben auf Einladung des Apothekerverbandes (AVNR) an einer Klausurtagung in Meerbusch bei Düsseldorf teilgenommen. Dabei verwiesen beide auf Schnittstellen, bei denen man sich künftig stärker gemeinsam engagieren könne. Dazu zählen laut AVNR unter anderem die Bereiche eRezept, verbesserte Versorgung in der Pandemie, die wohnortnahe Arzneimittelversorgung auch im Kontext von Rabattverträgen sowie bei der Prävention. Zum Thema „Impfen in der Apotheke“ bekräftigte der Hausärzteverband seine ablehnende Haltung auch zum Modellprojekt.

„Wir freuen uns, dass der Hausärzteverband die heilberufliche Kooperation zwischen Apothekern und Hausärzten mit uns gemeinsam verbessern will“, so der AVNR-Vorsitzende Thomas Preis. Mit der Botschaft „Zwei starke Partner in der Vertretung gemeinsamer Interessen“, bringt es Funken auf den Punkt. In Anbetracht der großen Herausforderungen in der medizinischen Versorgung vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft sei dies ein wichtiges und auch positiv-konstruktives Signal in Richtung Patienten und Politik, sind sich Preis und Funken einig.

„Angesichts der demografischen Entwicklung auch in der Ärzteschaft stehen wir vor Herausforderungen, die wir nur in Kooperation mit anderen Heilberufen bewältigen können“, machte Funken im Rahmen des Dialogs deutlich: „Der gemeinsame Weg ist der bessere Weg.“ Ein besonderes Anliegen sei es, nach der Verordnung des Arzneimittels die Wege der Patienten zur nächsten Apotheke möglichst kurzzuhalten.

Beim Thema eRezept sprachen sich die Hausärztevertreter für die neutralste Lösung aus, so wie es die Apothekerschaft mit der DAV-WebApp entwickelt und auch der Politik vorgeschlagen habe. Das heiße insbesondere: Über ein auch technisch abgesichertes Makelverbot müsse sichergestellt werden, dass die Arzneimittelverordnung des Arztes auch bei einem eRezept nicht zum Spielball unkontrollierbarer Marktkräfte zu Lasten der Patienten werde.

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