Dittmar (SPD): Apothekenhonorar unter die Lupe nehmen

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Berlin - Als Reaktion auf das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) im Skonto-Streit will die SPD das Apothekenhonorar unter die Lupe nehmen. Als Grundlage für die anstehende Honorardebatte werde das vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) beauftragte 2hm-Gutachten dienen, erklärte Sabine Dittmar, Berichterstatterin für Apotheken in der SPD-Bundestagsfraktion. Laut Dittmar soll das Gutachten jetzt Mitte November vorgestellt werden.

Auch wenn die schriftliche Urteilsbegründung noch abzuwarten sei, so zeige das BGH-Urteil einmal mehr, „dass die Zusammensetzung des Apothekenhonorars genauer unter die Lupe genommen werden muss“, so Dittmar: „Das Gutachten des BMWi, welches Mitte November öffentlich vorgestellt wird, wird garantiert viele wichtige Informationen liefern, auf deren Grundlage das Apothekenhonorar differenzierter ausgestaltet werden kann.“

Die Wettbewerbszentrale habe in der Skonti-Vergabe durch den Großhändler AEP einen Verstoß gegen die Preisvorschriften in § 78 des Arzneimittelgesetzes (AMG) und § 2 der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) gesehen. Die Bundesrichter seien jedoch zu einer anderen Einschätzung gekommen. Die Vorschriften legten für die Abgabe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln mit den dort vorgesehenen Großhandelszuschlägen zwar eine Preisobergrenze fest, jedoch keine Untergrenze. Großhändler seien danach nicht verpflichtet, einen Mindestpreis zu verlangen, der der Summe aus dem Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers, der Umsatzsteuer und dem Festzuschlag von 70 Cent entspricht. Großhändler könnten auch auf den Festzuschlag ganz oder teilweise verzichten.

Auch in der Politik richtet sich daher jetzt die Aufmerksamkeit auf das 2hm-Gutachten von 2hm Research and Consulting. Die Abgabefrist ist Ende September abgelaufen. Laut BMWi steht noch kein konkreter Termin für die Präsentation fest. Das Gutachten soll zu Beginn der Wahlperiode die Diskussion über eine Reform des Apothekenhonorars maßgeblich befeuern.

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