Digitale-Versorgungs-Gesetzes (DVG)

Bundestag beschließt Spahns Digitalgesetz dpa, 07.11.2019 18:03 Uhr

Berlin - Gesundheits-Apps auf Rezept, leichterer Zugang zu Online-Sprechstunden, weniger Papier in den Praxen: Neue digitale Angebote sollen für Patienten vom nächsten Jahr an breiter zu nutzen sein. Der Bundestag beschloss dazu am Donnerstag mit den Stimmen der Großen Koalition ein Gesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Es regelt zudem, dass neben Praxen auch Apotheken und Kliniken an die geplante Datenautobahn des Gesundheitswesens andocken müssen. In der zuletzt umstrittenen Frage einer schnelleren Nutzung von Daten für die Forschung fügte das Parlament zusätzliche Sicherheitsregeln ein.

Spahn sagte, digitale Lösungen könnten den Patientenalltag konkret verbessern. „Wir gehen Schritt für Schritt in die digitale Zukunft.“ Jeder, der mitmachen wolle, solle mitmachen können. „Wer es aber lieber analog hat, bekommt es auch.“ Nach jahrelangem Gezerre um zusätzliche Funktionen für die elektronische Gesundheitskarte will der Minister mit seinem Digitalisierungsgesetz weiter Tempo machen. In Kraft treten soll es im Januar 2020, zustimmungspflichtig im Bundesrat ist es nicht.

Vorgesehen sind mehrere digitale Bausteine:

Gesundheitsapps: Bestimmte Apps fürs Handy sollen Patienten von der Kasse bezahlt bekommen, wenn ihr Arzt sie verschreibt. Spahn sprach von einer „Weltpremiere“, die das „Wildwest“ der Angebote beende. Es geht etwa um Anwendungen, die beim regelmäßigen Einnehmen von Medikamenten helfen oder digitale Tagebücher für Diabetiker. Dafür soll eine rasche Zulassung beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte kommen. Ein Jahr tragen die Kassen die Kosten, in dieser Frist müssen die App-Anbieter dann auch den Nachweis einer besseren Versorgung liefern. Ärztepräsident Klaus Reinhardt sagte, die große Menge mache das Unterscheiden nicht ganz einfach. Es gebe sinnvolle und hilfreiche Angebote, aber auch viel „Schnickschnack“.

Telemedizin: Im vergangenen Jahr hatten die Ärzte das Berufsrecht weiter für Fernbehandlungen über digitale Technik geöffnet. Künftig sollen Patienten auch leichter Praxen ausfindig machen können, die Onlinesprechstunden anbieten. Darüber sollen Mediziner auf ihrer Internetseite informieren können. Einwilligungen und eine Aufklärung der Patienten sollen auch im Rahmen von Videosprechstunden möglich werden und nicht mehr nur persönlich vor Ort oder schriftlich.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Markt

Kooperationen

MVDA und Phoenix raufen sich zusammen»

Ärzte vs. Bewertungsplattform

Jameda muss zwei Profile löschen»

Online-Auktionshaus

Ebay-Händler bietet sechs Apotheken-Domains»
Politik

Pro Generika

Generikachefs erklären Lieferengpässe»

Digitalisierung

eRezept: DAV-App kostet eine Million Euro»

Zustimmung im Bundestag

PTA-Reform: Jetzt ist der Bundesrat am Zug»
Internationales

Reform des Heilmittelgesetzes

Schweiz: Apotheker können Rx ohne Rezept abgeben»

Zweite Apotheke in Eugendorf

Selbstständig – nach 25 Berufsjahren»

Rx-Switch

Schweden: Diclofenac nur noch auf Rezept»
Pharmazie

Klinische Prüfung

Studien: Eine Million Probanden, keine Zwischenfälle»

Proliferative diabetische Retinopathie

Lucentis: Zulassung erweitert»

Schmerzmittel

Diclofenac: Jeder zehnte Fall kontraindiziert»
Panorama

Falsche Adresse im Gewerbegebiet

Apotheker verfolgen illegalen Versender»

US-Behörde meldet

35.000 Tote pro Jahr durch antibiotikaresistente Keime»

Hal Allergy

Mysteriös: Faxe verschwinden im Nirwana»
Apothekenpraxis

Lieferengpässe

Nach 24 Stunden: Apotheken dürfen Rabattvertrag ignorieren»

Umfassende Ausbildungsreform

Pharmaziestudium: ABDA will MC abschaffen»

Wangerooge

Apothekerin kauft Geld bei der Eisdiele»
PTA Live

LABOR-Download

Checkliste: Arzneimittel-Missbrauch»

Münster

PTA-Schule: Umzug und Verkaufsgespräche»

PTA-Reform

2,5 Jahre: Union lehnt längere Ausbildungszeit ab»
Erkältungs-Tipps

Heilpflanzenporträt

Echinacea: Die Erkältungspflanze»

Erkältungsbalsam

Frei Atmen dank ätherischer Öle»

Nasennebenhöhlenentzündung

Chronische Sinusitis: Schleichende Infektion»
Magen-Darm & Co.

Darmerkrankungen

Divertikel: Darmausstülpungen mit Risiken»

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Zöliakie: Gluten vs. Darm»

Heilpflanzenporträt

Sennesfrüchte: Natürlich abführen mit Einschränkungen»
Kinderwunsch & Stillzeit

Wochenbettdepression

Vom Tief nach der Geburt»

Behördengänge

Geburtsurkunde, Krankenkasse & Co. – An alles gedacht?»

Schwangerschaftveränderung

Wenn nicht nur der Bauch wächst»