Bundesregierung verteidigt Impf-Strategie

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Berlin - Regierungssprecher Steffen Seibert hat die Entscheidung der Bundesregierung für eine Beschaffung des Corona-Impfstoffs durch die EU verteidigt. Die EU-Kommission selbst sieht keine Versäumnisse.

Die Bundesregierung stehe hinter dieser „Grundsatzentscheidung“, sagte Seibert am Montag in Berlin. „Wir sind überzeugt, dass das der richtige Weg war und ist“, sagte er weiter und ergänzte: „Ja, die Ungeduld, die viele Fragen, die Bürger jetzt stellen, sind verständlich.“

Seibert reagierte auf kritische Fragen von Journalisten, die auf eine zu geringe Zahl an Impfdosen und ein langsames Tempo bei den Impfungen in Deutschland zielten. Seibert räumte – auch mit Blick auf die Umsetzung der Impfstrategie in den Ländern – ein, „dass es derzeit noch nicht an allen Stellen optimal läuft“. In diesem Geiste werde Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch am Dienstag die Gespräche mit den Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise führen. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministerium sagte: „Dass es jetzt am Anfang knapp sein würde mit dem Impfstoff, das war von Anfang an klar.“

Seibert sagte, der europäische Zusammenhalt habe sich gerade in der Pandemie als wichtig erwiesen. Berichte aus den Krankenhäusern in Deutschland zeigten die schwierige Lage. „Es bleibt also entscheidend Neuinfektionen, wie immer möglich, zu vermeiden“, sagte er.

Auch die EU-Kommission hat ihre Strategie zur Beschaffung der Mittel erneut verteidigt. „Die Zahl der Impfstoffe, die wir haben, reicht aus“, sagte Kommissionssprecher Eric Mamer am Montag in Brüssel. Die Mittel müssten nun aber erst produziert und verteilt werden. „Wir beurteilen diese Kampagne, als wäre sie schon vorbei, doch die Kampagne beginnt erst“, sagte Mamer. Schon im Herbst habe man gesagt, dass die Auslieferung der Impfstoffe ab Jahresende 2020 schrittweise ausgebaut werde und große Lieferungen im April zu erwarten seien. „Deshalb ist es ziemlich erstaunlich zu sehen, dass wir uns jetzt umdrehen und sagen: ‚Warum sind noch nicht alle Impfstoffdosen auf dem Markt?‘“ Das sei von Anfang an klar gewesen.

Die Kommission bekräftigte die Ankündigung vom Wochenende, dass mit den Herstellern Biontech und Pfizer über zusätzliche Lieferungen verhandelt werde – über die von ihnen bereits bestellten 300 Millionen Dosen hinaus. Deren Impfstoff ist der bisher einzige in der EU zugelassene. Der Impfstoff des US-Herstellers Moderna dürfte demnächst folgen.

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