Lauterbach: „Ich bin derzeit schon entsetzt über Jens Spahn“

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Berlin - Deutschland impft – doch aus Sicht vieler Experten könnte es schneller vorangehen. Im Zentrum der Kritik: Gesundheitsminister Jens Spahn. Doch der zeigt sich verwundert.

Rund eine Woche nach Beginn der Corona-Impfungen in Deutschland wächst die Kritik an der Strategie der Bundesregierung. Neurologin Frauke Zipp, Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, warf der großen Koalition schwere Versäumnisse bei der Beschaffung des Impfstoffs vor: „Ich halte die derzeitige Situation für grobes Versagen der Verantwortlichen.“ Es habe im Sommer Angebote für mehr Impfdosen gegeben, im Spätsommer von Biontech. „Wir hätten sie jetzt zur Verfügung“, sagte sie der „Welt“. Die Leopoldina gehört zu den wichtigsten Beratern der Regierung.

Auch SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sieht deutliche Defizite. SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese griff den Gesundheitsminister scharf an: „Ich bin derzeit schon entsetzt über Jens Spahn“, sagte er t-online. Der CDU-Politiker müsse „endlich seinen Aufgaben nachkommen und die offensichtlichen Probleme unverzüglich in den Griff bekommen“. Lauterbach erwartet zunächst keine Besserung der Corona-Lage. „Wir werden jetzt die schlimmsten drei Monate der gesamten Pandemie mit hohen Infektions- und Todeszahlen vor uns haben“, bekräftigte er in der Rheinischen Post.

Es sei zu wenig Biontech-Impfstoff geordert worden, und auch zu wenig vom noch nicht zugelassenen Präparat des US-Unternehmens Moderna. „Schon sehr früh war klar, dass der Moderna-Impfstoff sehr stark wirkt und in Hausarztpraxen verwendet werden könnte“, sagte Lauterbach. Die Bundesregierung rechnet damit, dass dieser Impfstoff am 6. Januar zugelassen wird. Die EU hatte bei Biontech 300 Millionen Impfdosen bestellt und bei Moderna zunächst 160 Millionen.

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer griff Gesundheitsminister Spahn wegen des knappen Impfstoffs an. Allerspätestens im Herbst hätte er auf die rasanten Entwicklungen bei Biontech reagieren müssen, sagte er dem Handelsblatt. „Er hat aber die Fehlentscheidung der Bundesregierung nicht korrigiert und versagt.“

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