Lieferengpässe

BfArM: Indien und China liefern wieder APOTHEKE ADHOC, 16.04.2020 12:01 Uhr

Berlin - Versorgungsengpässe bei Arzneimitteln sieht das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur Zeit schwerpunktmäßig in der intensivmedizinischen Versorgung in Kliniken. In Apotheken habe sich die Lage entspannt, stellten die Teilnehmer des letzten Jour Fixe fest – auch weil die Wirkstoffe aus Indien wieder exportiert würden und die Produktion in China angelaufen sei. Trotzdem mehren sich die Forderungen, die Arzneimittelproduktion wieder nach Europa zu holen.

„Die Steigerung der globalen Nachfrage bei gleichzeitig angespannten Marktsituationen und beeinträchtigten Transportwegen stellt die pharmazeutische Industrie vor zunehmende Herausforderungen. Positiv ist, dass Ausgangsstoffe zur Arzneimittelherstellung aus Indien wieder grundsätzlich exportiert werden können und auch die Produktion in China wieder angelaufen ist“, heißt es im Protokoll der letzten telefonischen Sitzung des Jour Fixe und weiter: „Die Situation in Apotheken hat sich leicht entspannt. Gründe könnten u.a. die Kontaktbeschränkung, aber auch der Quartalswechsel sein.“

Mehr Probleme sehen die Jour Fixe-Teilnehmer in den Kliniken. Hier sei aktuell die größte Herausforderung, den zusätzlichen Bedarf aufgrund der Aufstockung von intensivmedizinischen Kapazitäten realistisch abzuschätzen. Eine höhere Nachfrage als der tatsächliche Bedarf spanne die Situation zusätzlich an. Versorgungsengpässe gebe es derzeit insbesondere bei Wirkstoffen, die in der intensivmedizinischen Versorgung benötigt würden, wie Propofol, Midazolam, Morphin, Meropenem, Norepinephrin und Atemkalk. Und dann heißt es im Protokoll weiter: „Beim BfArM werden aktuell viele neue Lieferengpässe gemeldet. Überwiegend wird als Grund die deutlich gestiegene Nachfrage angegeben.“

Ungeachtet dessen bereiten der Landesapothekerkammer und der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz die Lieferengpässe bei Arzneimitteln viele Sorgen. Beide Kammern verlangen, dass die Produktion von versorgungsrelevanten Medikamenten wieder nach Europa zurückverlegt wird. Die Produktion außerhalb von Europa „kann auch Qualitätsprobleme schaffen, weil in Schwellenländern außerhalb von Europa unter anderen Rahmenbedingungen als bei uns hergestellt wird“, kritisiert Dr. Günther Matheis, Präsident der Landesärztekammer in der aktuellen Ausgabe des „Ärzteblatt Rheinland-Pfalz“.

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