China zieht die Preise an

Preissteigerung: Wirkstoffe werden teurer Nadine Tröbitscher, 15.07.2020 10:12 Uhr

Berlin - Indien ist in der Produktion von Erythromycin führend – auch für Paracetamol gibt es vier Hersteller. Doch der südasiatische Staat ist auf die aktiven Wirkstoffe (API) und Zwischenprodukte aus China angewiesen. Und das Reich der Mitte hat die Preise angezogen. Von Januar bis Juni sind laut dem indischen Pharmaportal Pharmabiz die Preise um 20 bis 30 Prozent gestiegen.

„Der starke Preisanstieg für chinesische API trifft die indischen Arzneimittelhersteller“, schreibt Pharmabiz. Weil die indischen Unternehmen für Wirkstoffe und Zwischenprodukte tiefer in die Tasche greifen müssen, sei deren Gewinnspanne um 4 bis 5 Prozent zurückgegangen. Ursache für die Preisexplosion ist die Corona-Krise, die in der Provinz Hubei ihren Ursprung nahm. In Wuhan, wo zahleiche Wirkstoffe produziert werden, standen die Maschinen einige Zeit still. Daraufhin hatte Indien im März eine Ausfuhrbeschränkung für 13 Wirkstoffe verhängt – darunter Paracetamol, Metronidazol, Aciclovir und Erythromycin. Indien wollte so die Versorgung im eigenen Land sicherstellen. Vor dem Export der betroffenen Produkte musste eine Genehmigung eingeholt werden.

Ausgangsstoffe und Zwischenprodukte

Wie Indien mitteilt, sind die Preise für Wirkstoffe wie Tinidazol, Amoxicillin, Ceftriaxon, Clavavicel, Diclofenac-Natrium, Ofloxacin, Clavsyloid, Clotrimazol, Ciprofloxacin und Dexamethason-Natrium von Januar bis April diesen Jahres um 24 bis 38 Prozent gestiegen. Die Preise für Erythromycinthiocyanat, das Ausgangsstoff für die Herstellung von Erythromycinderivaten wie Azithromycin, Clarithromycin und Roxithromycin ist, sind während der Corona-Krise um 20 Prozent gestiegen.

Vier weitere Wirkstoffe seien laut Pharmabiz von einer deutlich stärkeren Erhöhung betroffen. Die Preise für die Wirkstoffe Paracetamol, Ornidazol, Azithromycin und Nimesulid sind in den Monaten Januar bis April 2020 von 62 auf 189 Prozent gestiegen.

Paracetamol: Abhängigkeit von China ist groß

Kostete ein Kilo Paracetamol im Januar noch 262 indische Rupien (Rs), waren es im April 425 Rs. Auch für Para-Aminophenol (PAP), das als wichtigstes Ausgangsmaterial für die Herstellung von Paracetamol verwendet wird, sind die Preise um 27 Prozent gestiegen.

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