Digitalisierung

AOK schickt IT-Experten ins BMG

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An seiner neuen Arbeitsstätte im BMG kann er jetzt die Umsetzung beschleunigen. Auch das von Klose entwickelte AOK-Gesundheitsnetzwerk besteht im Kern aus einer digitalen Akte. Vorgesehen ist darin auch ein eigener Medikationsplan. Dabei sollen die 26 Millionen AOK-Versicherten die Hoheit über ihre Daten behalten. Das heißt, sie können ihre Gesundheitsinformationen, die von Ärzten und Kliniken bereitgestellt werden, einsehen und anderen Leistungserbringern zur Verfügung stellen. Außerdem besteht die Möglichkeit, selbst erhobene Daten wie Messwerte von sogenannten Wearables, die regelmäßig Bewegung, Blutdruck oder Puls messen, in dem Gesundheitsnetzwerk zu speichern. Ein Pilotprojekt dazu ist in Mecklenburg-Vorpommern Anfang November mit zwei Kliniken und dem Ärztenetz „HaffNet“ gestartet.

Zum Jahreswechsel folgte der nächste Schritt: Gemeinsam mit der drittgrößten privaten Klinikgruppe Sana Kliniken und Deutschlands größtem kommunalen Krankenhauskonzern Vivantes startete das AOK-Gesundheitsnetzwerk in Berlin. Zusätzlich zu den bereits erprobten Anwendungen haben die teilnehmenden Patienten in Berlin einen digitaler Medikationsplan, die Bereitstellung von Labordaten durch die beteiligten Ärzte sowie die Möglichkeit zur Terminvereinbarung mit Kliniken und Ärzten angeboten.

Auch bei der Einführung des elektronischen Rezepts will das BMG aufs Tempo drücken: „Wir können bei Fernverschreibungen keine jahrelangen Abwehrkämpfe mehr führen“, sagte Digital-Abteilungsleiter Ludewig kürzlich beim Digitalisierungsforum der Kassenärzte. Bei der von den Ärzten beschlossenen Fernbehandlung könne man nicht stehen bleiben. „Wir wollen den Wandel mitgestalten und nicht, dass er von außen kommt“, so Ludewig, „wir wollen, dass das in Deutschland passiert.“ Noch vor dem E-Health-Gesetz will das BMG neben der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) weitere mobile Zugänge zur Telematik-Infrastruktur (TI) der Gematik schaffen: „Die Patienten müssen das Netz nutzen können.“ Neben der eGK müsse es alternative Möglichkeiten der Identifizierung geben, die den Zugang zu den Patientendaten über Smartphones und Laptop ermöglichen. Ludewig: „Es muss Zugänge ohne Kartenlesegerät und sechsstellige PIN geben.“

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