Europaweites E-Rezept bereits 2020

, Uhr

Berlin - Die EU-Kommission will beim Thema „Digital Health“ Druck machen und dazu die Digitalisierung des europäischen Gesundheitsmarktes an sich ziehen. Als erster Schritt sollen bereits in diesem Jahr Patientenakten und E-Rezepte zwischen neun Mitgliedsstaaten hin und her geschickt werden können. Bis 2020 sollen 22 Mitgliedstaaten einbezogen sein. Dazu hat die Brüsseler Behörde jetzt ein Maßnahmenpaket vorgelegt. Gesundheitsdaten sollen EU-weit genutzt und der Zugang zu digitalen Gesundheitstechnologien und Dienstleistungen europäisch geregelt werden.

Der demografische Wandel, ein Anstieg von chronischen Erkrankungen und Infektionskrankheiten stellten die Gesundheitsversorgung in Europa vor große Herausforderungen, heißt es in dem Papier der EU-Kommission. Digitale Technologien bieten nach Ansicht der Behörde kostengünstige Werkzeuge, um ein patientenorientiertes Modell zu entwickeln, den Zugang zu verbessern und Gesundheitssysteme robust zu gestalten. So soll digitale Technik für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung und der medizinischen Forschung sorgen und gleichzeitig Patienten einen leichteren Zugang zu Gesundheitsdaten ermöglichen.

Dabei stehe die Sicherheit der Gesundheitsdaten der Bürger an erster Stelle, so die EU-Kommission. Der Datenschutz genieße höchste Priorität, Patienten müssten stets Zugang zu ihren Gesundheitsdaten erhalten. Das vorliegende Maßnahmenpaket berücksichtige die Vorgaben der neuen Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO), die am 25 Mai in Kraft tritt. Danach dürfen Patientendaten immer nur nach Zustimmung der Betroffenen verarbeitet werden.

Gleichzeitig solle ermöglicht werden, Gesundheitsdaten grenzüberschreitend zu teilen, so dass durch die Verwendung größerer Datensätze individuellere Diagnosen und neue medizinische Behandlungen ermöglicht werde könnten, so die Kommission. Auch sollen dadurch Epidemien besser prognostiziert werden. Die EU-Kommission will geeignete Werkzeuge implementieren, die es den Behörden ermöglichen, Gesundheitsdaten besser für die Forschung und für Reformen im Gesundheitswesen zu nutzen. Außerdem soll die Interoperabilität elektronischer Patientenakten und ein Mechanismus für die freiwillige Koordinierung der gemeinsamen Nutzung von Daten für Krankheitsvorsorge und Forschung entwickelt werden.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Impfwoche: Halbe Million Erstimpfungen
Corona-Impfungen: Spahn will Steueranreize »
Podcast NUR MAL ZUM WISSEN
100-Tage-Plan für Apotheken »
Wahlumfrage des Verbunds Starke Apotheken
Grüne: Rx-Preisfreigabe und Sicherstellungszuschlag »
Weiteres
Herausforderung Taxation
E-Rezepte im Krankenhaus»
Wie soll es funktionieren?
FAQ: Die PTA und das E-Rezept»
Erklärung für schwere Verläufe?
Seneszenz: Sars-CoV-2 lässt Zellen altern»
Neuer Antikörper bei Psoriasis
UCB launcht Bimzelx»
Apotheker baut Botendienst massiv aus
Doppeltour als E-Rezept-Vorbereitung»
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
Spahn beim DAT – Abda sucht Kinderreporter»
Rätselbilder für echte Kenner
Zu wem gehört das Logo?»
Dokumentation, Standardisierung & Co.
Patientensicherheit in der Rezeptur»