E-Patientenakte

Grüne fragen nach Kassen-Kuddelmuddel Lothar Klein, 12.07.2018 12:56 Uhr

Berlin - Bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens will die Bundesregierung aufs Tempo drücken. Mit einem zweiten E-Health-Gesetz will das Bundesgesundheitsministerium (BMG) die Einführung der elektronischen Patientenakte beschleunigen. In drei Jahren soll diese allen Patienten zur Verfügung stehen. Dabei setzt das BMG auf den Wettbewerb der Anbieter. Verschieden Kassen bieten bereits eigene Patientenakten an. Wie passt das alles zusammen? Die Grünen wollen Klarheit in das in der Öffentlichkeit entstandene „Kuddelmuddel“ bringen und fragen jetzt die Bundesregierung nach ihren Plänen.

Die elektronische Patientenakte gelte als „Schlüsselanwendung“ der Digitalisierung im Gesundheitswesen, schreiben die Grünen in einer Kleinen Anfrage. Einerseits könne eine solche Akte die Kooperation, Kommunikation und sektorübergreifende Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung verbessern, weil Doppeluntersuchungen vermieden und vorhandene Informationen wie etwa Diagnosen, Befunde und Entlassberichte einrichtungsübergreifend zugänglich gemacht würden. Andererseits könne eine solche Akte die digitale Souveränität der Versicherten stärken, weil sie selbst darüber entscheiden, wer welche Informationen über sie erhalte.

Inzwischen gebe es bereits verschiedene Angebote von Krankenkassen für elektronische Gesundheitsakten. Dazu gehörten Angebote der AOK Nordost, der Techniker Krankenkasse sowie eines Zusammenschlusses verschiedener gesetzlicher und privater Krankenversicherungen (Vivy). Derzeit existieren jedoch parallel verschiedene gesetzliche Grundlagen zur Umsetzung von durch die gesetzliche Krankenversicherung finanzierten elektronischen Akten.

Außerdem arbeite die Gematik laut Medienberichten am Entwurf einer Spezifikation beziehungsweise eines Lastenheftes für die elektronische Patientenakte. Zudem werde die fehlende Schnittstelle zwischen dieser Patientenakte und den elektronischen Gesundheitsakten der Krankenkassen kritisiert. Ohnehin stelle sich die Frage, in welchem Verhältnis die Gesundheitsakten zueinander stünden, welche gemeinsamen Vorgaben etwa zur Interoperabilität bestünden, was sie konzeptionell und hinsichtlich Zweck und Zielrichtung unterscheide.

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