AOK baut eigenes Netz für Versicherte

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Berlin - Mit einem eigenen Netzwerk wollen die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen) die Digitalisierung im Gesundheitswesen rascher vorranbringen. Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, stellte ein entsprechenden Pilotprojekt in Mecklenburg-Vorpommern vor: „Das AOK-Gesundheitsnetzwerk besteht im Kern aus einer digitalen Akte. Diese solle die verschiedenen Leistungserbringer über die ambulanten und stationären Sektorengrenzen hinweg miteinander vernetzen“, erläuterte Litsch.

Vorgesehen ist auch ein eigener Medikationsplan. Dabei behielten die 26 Millionen AOK-Versicherten die Hoheit über ihre Daten. Das heißt, sie können ihre Gesundheitsinformationen, die von Ärzten und Kliniken bereitgestellt werden, einsehen und anderen Leistungserbringern zur Verfügung stellen. Außerdem bestehe die Möglichkeit, selbst erhobene Daten wie Messwerte von sogenannten Wearables, die regelmäßig Bewegung, Blutdruck oder Puls messen, in dem Gesundheitsnetzwerk zu speichern.

Litsch verwies auf eine aktuelle Umfrage, nach der eine digitale Gesundheitsakte bei gesetzlich Krankenversicherten inzwischen eine große Akzeptanz finde. Demnach halten es 82 Prozent der Befragten für sinnvoll, dass medizinische Daten in einer digitalen Gesundheitsakte gespeichert werden, so dass Ärzte in der Praxis und im Krankenhaus diese abrufen können. 85 Prozent sind der Meinung, dass sich durch eine digitale Gesundheitsakte die Zusammenarbeit von Hausärzten, Fachärzten und Kliniken verbessern lasse. „Die Zeit ist reif für solche Angebote“, unterstrich Litsch.

Der Pilot in Mecklenburg-Vorpommern startet Anfang November mit zwei Kliniken und dem Ärztenetz „HaffNet“. Etwa 8000 AOK-Versicherten stehen im Gesundheitsnetzwerk zunächst vier Anwendungen zur Verfügung: Das Aufnahme- und Entlassmanagement in den beteiligten Kliniken, der Austausch von Dokumenten zwischen Kliniken und niedergelassenen Ärzten, die Möglichkeit zum Hochladen eigener medizinischer Dokumente wie Organspendeausweis oder Mutterpass sowie die Option, selbst erhobene Vitaldaten und Messwerte in die eigene Akte einfließen zu lassen.

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