Gesundheitskarte

AOK erklärt eGK für gescheitert

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Berlin -

Der Chef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, fordert einen Neustart bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens. „Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ist gescheitert”, so Litsch in einem Interview mit der Rheinischen Post. Er wirft den Verantwortlichen vor, seit bald 20 Jahren in dieses System investiert zu haben und zwar rund 2,2 Milliarden Euro, ohne dass es einen wirklichen Nutzen für alle Beteiligten gibt.

Litsch qualifiziert die Technologie als eine aus den 90er-Jahren, die zu Monopolpreisen aufrechterhalten wird. Seine Generalkritik verbindet er mit einem Appell an Jens Spahn (CDU):„ Ich hoffe, dass der neue Gesundheitsminister die Zeichen der Zeit erkennt und die Digitalisierung im Gesundheitswesen auf neue Füße stellt”, so Litsch.

Spahn hatte kurz nach seiner Ernennung angekündigt, er wolle die stockende Einführung einer voll funktionierenden eGK beschleunigen.Die Karte sollte bereits vor Jahren viel mehr können als sie heute kann, etwa Doppeluntersuchungen und Fehlmedikation vermeiden. Bis heute dient sie aber nicht wie geplant als Instrument zu einem sicheren Austausch von Patientendaten etwa zwischen Ärzten.

Die AOK steht aktuell nicht allein da mit ihrer Kritik. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat gerade erklärt, dass es völlig unrealistisch sei, bis Ende 2018 die rund 100.000 Praxen mit der nötigen Hardware auszustatten. Die gesetzliche Frist bis Jahresende solle auf Mitte 2019 verlängert werden. Denn obwohl bislang nur knapp 8000 entsprechende Geräte überhaupt zur Verfügung stehen, ist gesetzlich geregelt, dass Ärzten bei Nicht-Einhalten ab 1. Januar 2019 ein Prozent des Honorars abgezogen werden soll. Mit der sogenannten Telematikinfrastruktur sollen einmal alle Beteiligten des Gesundheitswesens wie Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken und Krankenkassen vernetzt werden.

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