Digitalisierung

Weitere Kassen starten digitale Gesundheitsakte dpa/APOTHEKE ADHOC, 05.06.2018 08:52 Uhr

Berlin - Mehrere gesetzliche und private Krankenkassen wollen eine gemeinsame elektronische Gesundheitsakte starten. Über die App „Vivy“ sollen Patienten etwa Befunde, Laborwerte und Notfalldaten speichern und abrufen können. Zu den Kassen gehören Allianz, DAK, Bahn BKK, IKK Classic, Barmenia, Gothaer und die Süddeutsche Krankenversicherung. Die Initiatoren wollen das Angebot heute vorstellen.

Anbieten wollen die ersten Versicherungen die Vivy-App dann ab Juli. Patienten sollen sie kostenlos und freiwillig nutzen können. Das Angebot könnte den Angaben zufolge künftig bis zu 25 Millionen Versicherte erreichen.

Nach jahrelangem Gezerre um zusätzliche Funktionen der elektronischen Gesundheitskarte will die Bundesregierung bei der Digitalisierung vorankommen. Im Koalitionsvertrag ist vereinbart, bis 2021 eine elektronische Patientenakte einzuführen. Die AOK und die Techniker Krankenkasse haben bereits eigene Angebote vorgestellt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte in jüngster Zeit das bisherige milliardenteure Projekt der eGK in Teilen für gescheitert und stark überholungsbedürftig erklärt. So solle die moderne eGK 4.0 über Handys steuerbar sein und nicht nur über stationäre Rechner in Praxen und Krankenhäusern. Ferner sollten die digitalen Lösungen im Gesundheitsbereich mit den Plänen für ein Bürgerportal koordiniert werden. Spahn will daraus eine All-inclusive-Identity-Card machen.

Für den Gesundheitsminister muss das ganze Projekt so umgebaut werden, dass es nach seinen Worten „cool ist, dabei zu sein”, sowohl für Ärzte als auch Patienten. Modellversuche einzelner Kassen dazu begrüßt Spahn ausdrücklich, sofern sie ins Gesamtkonzept passen. Spätestens nach der parlamentarischen Sommerpause will er Details vorstellen.

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