Sicherheitsmängel: Gesundheits-Akte Vivy reagiert

, Uhr aktualisiert am 31.10.2018 13:59 Uhr

Berlin - Nach Hinweisen auf Sicherheitsmängel haben die Betreiber der neuen Gesundheits-App Vivy reagiert und diese nach eigenen Angaben beseitigt. Das IT-Sicherheitsunternehmen Modzero hatte Vivy zuvor untersucht und auf Sicherheitslücken der App und der Server-Einrichtung hingewiesen. „Nicht nur Patienten oder Ärzte, auch Unbefugte konnten Gesundheitsdaten lesen“, teilte Modzero mit. Vivy wiederum erklärte, es sei zu keinem Zeitpunkt möglich gewesen, auf die elektronische Gesundheitsakte zuzugreifen.

Modzero habe potenzielle Angriffsszenarien getestet, die „nur unter sehr speziellen Voraussetzungen“ möglich gewesen seien, hieß es bei Vivy. Gleichzeitig erklärten die Betreiber der App, alle Angriffswege seien binnen 24 Stunden geschlossen worden. Zudem seien sämtliche vorgeschlagenen Verbesserungen umgesetzt worden.

Vivy war im September an den Start gegangen. Über die Plattform können Patienten Befunde, Laborwerte und Röntgenbilder speichern und mit Ärzten teilen. Mehrere private und gesetzliche Krankenkassen bieten die digitale Akte ihren Kunden an – sie haben insgesamt rund 13,5 Millionen Versicherte. Die Allianz Private Krankenversicherung erklärte auf Anfrage, Datenschutz und Datensicherheit für die Kunden seien sehr wichtig. Vivy liefere regelmäßig Reports über diese Themen und werde zudem regelmäßig von externen Experten überprüft. Von der DAK-Gesundheit hieß es, man vertraue darauf, dass Vivy alle möglichen Sicherheitslücken schnell schließe.

Dem Sicherheitsunternehmen Modzero ist es nach eigenen Angaben gelungen, die Verschlüsselung der Plattform auszuhebeln. Bei der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sollen Inhalte nur für Absender und Empfänger im Klartext sichtbar sein. Allerdings habe man die geheimen Schlüssel der Ärzte auslesen können, hieß es bei Modzero. Als zweiten Schritt habe man daraufhin Patientendaten abrufen und diese mit dem Schlüssel entsperren können.

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