Elektronische Gesundheitskarte

eGK: Apple zeigt, wie es geht Gabriele Hoberg, 09.04.2018 10:55 Uhr

Berlin - Was in Deutschland zwischen Politik, Kassen, Ärzten, Gematik und Datenschützern schon mehr als 2,2 Milliarden Euro verschlungen hat und immer noch nicht läuft, das macht Apple jetzt startklar. Noch in diesem Frühjahr will Apple eine Art mobile elektronische Gesundheitskarte (eGK) für das iPhone auf den Markt bringen. Sie soll Bestandteil der neuen Betriebssystemversion IOS 11.3 sein.

Diese iPhone-eGK namens „Health Records” (als Update der bisherigen Health App) soll mit dem neuen internationalen HL7-Standard FHIR (Fast Health Interoperable Resources) ausgestattet sein. FHIR wird weltweit bereits in Kliniken, Medizintechnikunternehmen und Institutionen getestet. Mit der App „Health Records” können Informationen über Allergien und Impfungen, klinische Vitalparameter, Laborergebnisse oder auch Angaben zur Medikation zwischen Patient, Ärzten und Kliniken ausgetauscht werden.

In der Testphase hat Apple neben großen US-Herstellern von künstlicher Intelligenz wie Cerner, Epic Systems und Athenahealth auch mit zwölf großen US-Krankenhäusern zusammengearbeitet. Waren bislang zum Beispiel Pulsmessungen über die Apple Watch möglich oder das Erkennen von Herzrhythmusstörungen über die Heart Study App, so sollen künftig in der neuen App alle Informationen in einer Gesamtübersicht zusammenlaufen. Nutzer können dann auch regelmäßige Informationen über ihre Laborergebnisse, Medikationen und ihren Gesundheitszustand abrufen.

Zunächst wird die eGK von Apple nur in den USA zum Einsatz kommen. Die eGK auf dem iPhone ist das Ergebnis einer konsequenten datenbasierten Geschäftspolitik von Apple. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren im Gesundheitsbereich auffallend breit gemacht.

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