Digitalisierung

Spahn: Smartphone statt elektronischer Gesundheitskarte dpa/ APOTHEKE ADHOC, 13.05.2018 10:23 Uhr

Berlin - Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sucht als Alternative zur elektronischen Gesundheitskarte nach einer einfachen Lösung für das Handy. Die Karte sei nicht die attraktivste Lösung für Patienten, um Zugang zu ihren Gesundheitsdaten zu bekommen, sagte der CDU-Politiker der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). „Denn die wünschen sich einen schnellen, einfachen und sicheren Zugriff auf ihre Gesundheitsdaten“ – nach Überzeugung des Ministers am liebsten per Handy. „Das sollten wir ermöglichen.“

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Spahn einer Rede vom Mittwoch zufolge freie Hand gegeben, die elektronische Gesundheitskarte abzuschaffen, wenn er das Projekt für nicht zukunftsfähig hält. Die Karte sollte bereits vor Jahren viel mehr können als bisher, etwa Doppeluntersuchungen und Fehlmedikationen vermeiden. Bis heute ist es aber nicht gelungen, sie als Instrument zum sicheren Austausch von Patientendaten etwa zwischen Ärzten zu etablieren. Bei den Medizinern gab es teils Widerstand, der Aufbau der technischen Infrastruktur gestaltete sich schwieriger als erwartet. Die Entwicklung hat schon über eine Milliarde Euro gekostet.

Bis zur parlamentarischen Sommerpause will Spahn nun Vorschläge für den weiteren Umgang mit der Gesundheitskarte vorlegen. Er erwarte von allen Beteiligten, im nächsten Schritt die elektronische Patientenakte voranzutreiben, sagte er. Es gehe um „lebensnahe und nicht um technikverliebte Lösungen“.

Spahn hatte schon vergangene Woche deutlich gemacht, dass er die derzeitigen Pläne für nicht praktikabel hält. Es sei „völlig inakzeptabel“, dass die elektronische Gesundheitskarte nach insgesamt 14 Jahren Entwicklung nicht über die Phase von Modellprojekten hinausgekommen ist. Mittlerweile sei das Konzept überholt. Die Zeit von Kartenlesegeräten an Desktop-Computern als alleinige, vorgeschriebene Login-Variante sei aus seiner Sicht nicht der Zugang, den sich die Bürger im Jahre 2018 mehrheitlich wünschten, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der Minister fordert stattdessen, die Digitalisierung des Gesundheitswesens mit dem Bürgerportal zu koordinieren, das die Bundesregierung derzeit plant.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Mehr aus Ressort

Weiteres
Markt

Reduktion von Verwaltungskosten

63 Jobs: Stada baut um»

Kosmetik

In A Second: Eubos setzt auf Ampullen»

Kooperationsgipfel

Warm-up vor dem Gipfel»
Politik

Arzneimittelengpässe

Brexit: HIV-Versorgung in Gefahr?»

Arzneimittelverunreinigungen

Valsartan: Die erste Zivilklage»

Sterbehilfe

Tötungsmittel vom BfArM: FDP fordert gesetzliche Klarstellung»
Internationales

Kein mildes Urteil

Mann bricht dreimal in dieselbe Apotheke ein»

Österreich

Revolte gegen Verbandspräsident Rehak»

Digitalisierung

Österreich: eRezept bis 2022 im ganzen Land»
Pharmazie

Lieferengpass

Darum fehlt Simva Basics»

Biosimilars

Konkurrenz für Roche: Pfizer bekommt Avastin-Zulassung»

AMK-Meldung

NMBA ist die neue Verunreinigung in Losartan»
Panorama

Stromausfall in Köpenick

Versorgung durch die Klappe»

NDR Visite: Zulassungskontrollen

Der Fall Zinbryta»

Bild der Frau

Hausmittel: Wirksamer als Antibiotika»
Apothekenpraxis

Großhändler

Gehe richtet Securpharm-Hotline ein»

Nach einem Jahr und drei Monaten

Kein Center: Easy-Apotheke in Rietberg muss schließen»

Warnung vor Mitarbeiterdiebstahl

PKA fühlen sich unter Generalverdacht»
PTA Live

Brauchtumspflege Karneval

„Von der Region für die Region“»

Aktionstage für Kinder

Apotheke wird Gummibärchen-Werkstatt»

DKMS-Projekt

PTA bietet Kosmetikkurse für Krebspatientinnen»
Erkältungs-Tipps

Hühnersuppe bei Erkältung

Kochen für die Seele - Hühnersuppe»

Was Oma schon wusste

Hausmittel gegen Ohrenschmerzen»

Aromatherapie

Ätherische Öle bei Erkältung»