Elektronische Patientenakte

TK und Ärzte preschen vor APOTHEKEK ADHOC, 04.12.2018 14:53 Uhr

Berlin - Spätestens ab 2021 sollen alle Patienten nach den Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) über einen Zugang zur elektronischen Patientenakte (ePA) verfügen. Jetzt preschen die Techniker Krankenkasse (TK) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) vor und schließen 12.000 Arztpraxen an die ePA der TK, an TK-Safe an. Dadurch können ab dem 1. Halbjahr 2019 die Ärzte direkt aus ihrer Praxissoftware beispielsweise Laborbefunde, Arztbriefe und Röntgenbilder in die digitale Akte des Patienten speichern. Gleichzeitig können Patienten ihren Ärzten die Befunde von früheren Arztbesuchen auf digitalem Weg zur Verfügung stellen.

Die Projektpartner haben eine Lösung für einen Datenaustausch zwischen den verschiedenen Computersystemen entwickelt, teilten TK und KBV mit. Für den Datenaustausch nutzt das Projekt eine neu entwickelte Verbindung zwischen der elektronischen Gesundheitsakte TK-Safe und den verschiedenen Praxisverwaltungssystemen der Ärzte über den Kommunikationsdienst „KV-Connect“ der kassenärztlichen Vereinigungen. Über den Dienst tauschen bisher Ärzte, Psychotherapeuten, Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und weitere medizinische Partner ihre Daten untereinander mittels eines Ende-zu-Ende verschlüsselten Transportwegs aus.

„Das ist ein wichtiger Erfolg für die Vernetzung des Gesundheitswesens. Damit können niedergelassene Ärzte ihre Befunde und Briefe auf einem sicheren Weg digital in der elektronischen Gesundheitsakte TK-Safe unserer Versicherten speichern. Ab dem ersten Halbjahr 2019 sind unmittelbar alle 12.000 Ärzte, die bereits heute KV-Connect nutzen, in der Lage mit dem TK-Safe Daten auszutauschen. Alle anderen Ärzte können jederzeit zu KV-Connect dazu stoßen. Dabei ist egal, welche Praxissoftware sie bisher nutzen. Damit haben wir auch auf dem Markt einen neuen Standard geschaffen“, so TK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jens Baas.

Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV erklärte dazu: „Wir begrüßen es, dass TK und IBM bei ihrer elektronischen Gesundheitsakte auf die bereits weit verbreitete KV-Connect Schnittstelle setzen. Dies ermöglicht es Ärzten auf einfache Weise, medizinische Dokumente mit ihren Patienten zu teilen. Entscheidend ist der interoperable Informationsaustausch sowohl über die Gesundheitsakte und künftig über die einheitliche elektronische Patientenakte.“

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