Ärzte diskutieren über E-Rezept-Pflicht

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KBV-Vorstand Dr. Thomas Kriedel versucht derweil die aufgeregte Debatte einzudämmen: „Eine allgemeine Pflicht zur Ausstellung des E-Rezepts geht völlig an der Realität vorbei. Wir werden das Papierrezept weiter brauchen, bei Haus- und Heimbesuchen und in Notfällen beispielsweise.“ Auch weniger technikaffine Patienten könnten so in Zukunft weiterhin ein Papierrezept erhalten, so Kriedel in einem Video der ärztlichen Körperschaft. Aber das E-Rezept werde sich „früher oder später durchsetzen, dazu brauchen wir keine Verpflichtung oder Sanktionen“.

Für Kriedel entscheidend ist die Anwenderfreundlichkeit der Abläufe. Wenn für jedes E-Rezept der elektronische Arztausweis ins Lesegerät gesteckt, die PIN eingegeben und dann auf die Reaktion des Servers gewartet werden müsse – Kriedel: „Das kann zehn bis 15 Sekunden dauern“ – dann würde das den Praxisbetrieb zu sehr aufhalten, fürchtet die KBV schon seit Monaten. Auch die Abläufe, wie das Rezept über die TI auf den Server komme und dort vom Versicherten in seiner Wunsch-Apotheke abgeholt werden könne, seien noch nicht geklärt. Zunächst müssten auch die Apotheker noch an die TI angeschlossen werden.

Ausgelöst hatte die E-Rezept-Debatte im Ärztelager ein Bericht des „Handelsblattes“. Unter der Überschrift „Zweifel am Erfolg des E-Rezepts wachsen“ hatte das Handelsblatt gefragt, ob der Mehrwert des E-Rezepts tatsächlich bei allen Versicherten ankommen wird. Denn aus einem Dokument des BMG, das dem Handelsblatt vorliege, gehe hervor: Die Entscheidung, ob das Rezept digital oder auf Papier ausgestellt werde, liege letztlich beim Arzt.

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