6,58 Euro je Vial – Lieferung inklusive

, Uhr

Berlin - 6,58 Euro netto pro Durchstechflasche können die Apotheken für Bestellung und Auslieferung der Corona-Impfstoffe abrechnen. Wie aber sieht es mit der Botenpauschale aus, wenn die Mitarbeiter:innen die Vials in die Praxen bringen. Laut Abda kann dafür keine Pauschale verlangt werden.

2,50 Euro plus Umsatzsteuer können Apotheken bei der Abgabe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln im Wege des Botendienstes je Lieferort und Tag unter Angabe der Sonder-PZN 06461110 abrechnen. War diese zusätzliche Vergütung wegen der Corona-Pandemie seit vergangenem April zunächst befristet, hat sie über das Apothekenstärkungsgesetz (VOASG) seit Jahresbeginn einen festen Platz in § 129 Sozialgesetzbuch (SGB V).

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Pauschale auch bei Heimbelieferungen abgerechnet werden; nämlich dann, wenn einzelne Heimbewohner:innen außerhalb des Heimversorgungsvertrages versorgt werden. Die Belieferung im Rahmen des Heimversorgungsvertrags ist dagegen ausgeschlossen, genauso wie Lieferungen des Sprechstundenbedarfs.

Entsprechend sieht die Abda auch bei Corona-Impfstoffen keine Möglichkeit, zusätzlich die Pauschale für den Botendienst abzurechnen: „Die Abrechnungsmöglichkeit der Botendienstgebühr (§ 129 Absatz 5g SGB V) ist nur bei der Belieferung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen in Höhe von 2,50 Euro netto möglich; Covid-19-Impfstoff und Sprechstundenbedarf fallen nicht darunter.“

Das bedeutet allerdings nicht, dass man bei der Abda mit der Vergütung für das Handling der Impfstoffe zufrieden wäre. Präsidentin Gabriele Regina Overwiening hat eingeräumt, dass die Vergütung aus ihrer Sicht zu niedrig angesetzt ist. Grund sei die Debatte über das Honorar für die Verteilung von FFP2-Masken gewesen, die die Verhandlungen deutlich erschwert hätten. Sie sei aber zuversichtlich, dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) bis zum 17. Mai noch stichhaltige Argumente für eine Erhöhung liefern zu können. Dafür protokollieren derzeit 102 Apotheken detailliert, wie viele Mitarbeiter wie lange und womit beschäftigt sind. Der Aufwand soll nach Arbeitsschritten und minutengenau beziffert werden.

  • 1
  • 2

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Umsatzsteuer auf Großhandelsleistung
Rechenzentren warnen: Apotheken drohen Nachzahlungen »

Mehr aus Ressort

Entscheidung für AstraZeneca
Spahn mit Vaxzevria geimpft »
Engpässe durch Parallelhandel – was tun?
Drei (ungeeignete) Reformvorschläge gegen Reimporte »
Weiteres
Hohe Unzufriedenheit mit Abda, BMG und Gematik
E-Rezept-Einführung: Apotheken glauben nicht mehr dran»
Callmyapo und deine Apotheke werden abgelöst
Gesund.de: Die Konditionen»
Kein Halbieren mehr nötig
Sanofi: Neue L-Thyroxin-Stärken»
30 Prozent Einbruch bei Erkältung
Bayer: OTC-Geschäft im Minus»
Entscheidung für AstraZeneca
Spahn mit Vaxzevria geimpft»
Engpässe durch Parallelhandel – was tun?
Drei (ungeeignete) Reformvorschläge gegen Reimporte»
Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B