2,19 Euro je Vial – BMG will Apothekenhonorar drastisch kürzen

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Berlin -

Ab Juni wird im Akkord geimpft: Es kommt mehr Impfstoff, die Priorisierung fällt, die Betriebsärzt:innen steigen ein. Weil damit das Volumen steigt, das über die Apotheken ausgeliefert wird, kürzt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) jetzt das Honorar für die Apotheken. Für Ärzt:innen und Großhandel gilt das nicht. Allerdings wird erstmals auch ein Honorar für die Ausstellung von Impfzertifikaten genannt.

Mit einer Novellierung der Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) will das BMG die Vergütung der Apotheken je nach Menge zusammenstreichen, sofern es um die Belieferung von Betriebsärzt:innen geht. Vorgesehen sind im Referentenentwurf folgende Staffelpreise:

  • 6,58 Euro zuzüglich Umsatzsteuer für die monatliche Abgabe der 1. bis 100. Durchstechflasche,
  • 4,28 Euro zuzüglich Umsatzsteuer für die monatliche Abgabe der 101. bis 150. Durchstechflasche und
  • 2,19 Euro zuzüglich Umsatzsteuer für die monatliche Abgabe ab der 151. Durchstechflasche.

„Auf Grund der von Apotheken an Betriebsärzte im Regelfall in höherer Zahl abgegebenen Impfstoffdosen gegenüber einer belieferten Arztpraxis wird eine gestaffelte Vergütung festgelegt“, heißt es zur Begründung. „Den Apotheken entsteht bei den bei dieser Belieferung höheren Anzahlen abgegebener Durchstechflasche je Transport im Vergleich zur Belieferung von Arztpraxen ein relativ geringerer Aufwand, der eine in der Höhe gestaffelte Vergütung in Abhängigkeit von der Liefermenge rechtfertigt.“ Die Staffelung nach monatlicher Menge ergebe sich aus dem Abrechnungsturnus.

Ob die Menge je Betriebsarzt gilt oder für alle Impfstoffe im Bereich der Arbeitsmedizin, wird im Entwurf nicht konkret erklärt. Noch ist auch unklar, ob auch der Betrag von 6,58 Euro noch einmal angepasst wird, den die Apotheken für die Belieferung von Kassen- und Privatärzt:innen erhalten. Denn die Abda hatte bis 17. Mai Gelegenheit, dem BMG eine Aufstellung des tatsächlichen Aufwands zu übermitteln. „Die Vergütung kann aufgrund der Aufstellung angepasst werden“, heißt es im Entwurf.

Drei von vier Apotheker:innen und PTA halten schon die bisherige Vergütung angesichts des hohen Aufwands für zu niedrig, wie auch eine Umfrage von apsocope ergab. Denn im Durchschnitt sind schon jetzt 2,75 Mitarbeiter:innen mit dem Thema beschäftigt, pro Woche werden demnach durchschnittlich knapp 4,2 Stunden investiert.

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