Impfstoffe: Weitere Bestellpannen mit Phoenix

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Berlin - Apotheken bestellen mitunter mehrmals täglich bei ihren Großhändlern. Die Abläufe sind eingespielt. Die Übermittlung der Impfstoff-Order der Praxen unterliegt allerdings neuen Vorgaben. Zwei Apothekerinnen in Bayern ärgern sich, weil die Bestellungen der Corona-Vakzine bei Phoenix nicht durchgegangen sind. Die Inhaberinnen wundern sich, was die Gründe für die Pannen sind.

Claudia Zangerl betreibt in Aschau im Chiemgau die Schloss-Apotheke. Zuletzt bestellte sie für kommende Woche für neun Ärzt:innen jeweils sechs Vials Comirnaty von Biontech sowie ein Vial Vaxzevria von AstraZeneca. Zuvor habe es nie Probleme beim Bestellprozess gegeben, sagt sie. Doch dieses Mal sei der Auftrag ins Leere gelaufen. „Als ich erfahren habe, dass ich nichts bekommen werde, bin ich aus allen Wolken gefallen.“ Auf Nachfrage habe es geheißen, sie habe kein Häkchen im Feld „maximale Nachlieferung“ gesetzt.

Die Apothekerin kann sich nicht vorstellen, das Häkchen bei allen neun Bestellungen vergessen zu haben. „Ich habe mich konzentriert hingesetzt und bestellt.“ Das passiere, wenn überhaupt, nur bei einzelnen Aufträgen und nicht für alle neun Bestellungen. Auf Nachfrage bei Phoenix sei ihr mitgeteilt worden, dass der Bestellprozess nicht mehr nachvollziehbar und die Daten gelöscht worden seien. „Da fühlt man sich abgespeist“, sagt Zangerl.

Die Situation sei unangenehm, sagt die Inhaberin. „Ich bin bei den Ärzt:innen zu Kreuze gekrochen.“ Dort sei man verständlicherweise nicht erfreut gewesen. „Das war nicht schön, unser Anspruch liegt deutlich woanders.“ Wenn sie sich vorstelle, wie viele Menschen deshalb jetzt nicht geimpft werden können, werde ihr ganz schlecht. „Ich hatte schlaflose Nächte. Das nächste Mal werde ich bei Phoenix direkt nach der Bestellung anrufen, ob alles durchgegangen ist.“

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