Phoenix: Zeitfenster für Impfstoff-Bestellung

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Berlin - Die Bestellung von Corona-Impfstoffen entwickelt sich zu einer festen Routine für Apotheken. Dienstag ist dabei ein Stichtag, bis dahin müssen die Praxen ihre Apotheken über den Bedarf an Vials informieren – und diese wiederum ihre Lieferanten. Der Pharmagroßhändler Phoenix betont, dass in Mannheim Aufträge nur an zwei Tagen angenommen werden.  

Für die Weitergabe der Bestellungen an den Großhandel gibt es zahlreiche Vorschriften für Apotheken. Sie sollen etwa keine Leerbestellungen, also keine Bestellungen ohne Bestellung eines Vertragsarztes, übermitteln; es darf kein Mengenzuschlag auf Bestellungen der Vertragsärzte erfolgen; die Order muss von anderen Bestellungen getrennt eingehen, die Bund-PZN muss benutzt werden und jede Verordnung des Arztes muss in einem separaten Auftrag ohne weitere Bestellpositionen übermittelt werden.

Die Übermittlung von Warenbestellungen an den Großhandel gehört zu den Standardabläufen in der Apotheke. Um so ärgerlicher, wenn gerade bei den Corona-Impfstoffen ein Hinweis des Lieferanten nicht beachtet wird und dadurch eine Bestellung fehlschlägt. Apothekerin Özlem Cinarlik löste eine Bestellung über zehn Vials Corminaty bereits am Sonntag während des Notdienstes aus. Die Inhaberin der Albert-Schweitzer-Apotheke im hessischen Stadtallendorf wollte die Ruhe der Sonderschicht nutzen, um die Order aufzugeben.

Doch die Bestellung ging ins Leere, wie Phoenix ihr gestern mitteilte. Dem Großhändler zufolge können Vial-Bestellungen ausschließlich am Montag und Dienstag bis 15 Uhr entgegengenommen werden. „Wir bedauern den Vorfall sehr“, sagt ein Unternehmenssprecher. Es handele sich dabei um einen Einzelfall. „Wir haben den Anspruch, die Gesundheitsversorgung in Deutschland sicherzustellen.“ Der Konzern habe die eigenen Kunden über das Zeitfenster für die Bestellungen zuvor dreimal informiert.

Ende März und Anfang April seien dazu Kundeninformationen verschickt worden. „Die Übermittlung des Vial-Bedarfs an Phoenix ist ausschließlich Montag bis spätestens Dienstag, 15 Uhr, möglich“, hieß es in einem Schreiben. „Außerhalb dieser Zeit ist keine Auftragsübermittlung möglich.“ Zudem sei in den FAQ zum Thema Covid-19 Impfstoffe im Apothekenportal am 13. April ergänzt worden, dass es nur von Montag ab 8 Uhr bis spätestens Dienstagnachmittag möglich sei, zu bestellen.

Bei einem anderen Großhändler wundert man sich über dieses Zeitfenster: Es gebe keine Beschränkung, man könne theoretisch bereits mehrere Tage zuvor die Impfstoff-Bestellung abschicken. Die MSV3-Schnittstelle werde in der Regel nicht abgeschaltet. Die Aufträge würden gesammelt. Wichtig sei, das sogenannte Nachsendehäckchen zu setzen.

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