Versorgungsmangel Grippeimpfstoffe

Importe kommen aus Frankreich und Schweden

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Berlin -

Schwedische und französische Vakzine für Berlin: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat für saisonale Grippeimpfstoffe einen Versorgungsmangel ausgerufen. Die zuständigen Behörden der Bundesländer können im Einzelfall gestatten, dass Grippeimpfstoffe, die nicht in Deutschland zugelassen sind, befristet in Verkehr gebracht oder nach Deutschland importiert werden. In Berlin hat das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) die entsprechenden Kandidaten bekannt gegeben.

Bis längstens 31. März 2019 gestattet das LAGeSo das Inverkehrbringen von Influvac Tetra (Mylan) mit schwedischer und französischer Kennzeichnung und Vaxigrip Tetra (Sanofi) in französischer Aufmachung. Voraussetzung ist, das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) erteilt die Chargenfreigabe. Die Allgemeinverfügung gilt seit dem 4. Dezember. Die Frist endet jedoch vorzeitig, wenn der Versorgungsmangel vor dem bewilligten Zeitpunkt als beendet gilt.

Großhändler, Apotheken und Krankenhausapotheken dürfen von den Vorgaben der §§ 10 und 11 Arzneimittelgesetz (AMG) in Bezug auf die Vorgaben zur Beschriftung der Behältnisse und Umverpackungen sowie der Packungsbeilage in deutscher Sprache abweichen. Gestattet ist dies in Berlin unter Einhaltung bestimmter Vorgaben: Wird Influvac Tetra mit der Charge R06X mit schwedischer Kennzeichnung in den Verkehr gebracht, muss die von Mylan beigefügte Gebrauchsanweisung in deutscher Sprache den Patienten ausgehändigt werden.

Influvac Tetra und Vaxigrip Tetra mit französischer Aufmachung dürfen nach erfolgter staatlicher Chargenfreigabe mit französischer Kennzeichnung und Gebrauchsinformation in den Verkehr gebracht werden, wenn diese von Kohlpharma in Deutschland geliefert werden.

Auch in Hessen können Apotheken Impfstoffe bestellen, die eigentlich für das europäische Ausland bestimmt sind. Laut Apothekerverband hat die zuständige Regierungsbehörde eine Allgemeinverfügung erlassen.

„Die Impfstoffe wurden durch das Paul-Ehrlich-Institut geprüft und für die Sonderbeschaffung freigegeben“, erläutert Verbandschef Holger Seyfarth den Prozess. „Nach der Veröffentlichung im Hessischen Staatsanzeiger können wir nun gemeinsam mit einem Industriepartner den hessischen Apotheken wieder Bestellmöglichkeiten für einen bekannten Grippeimpfstoff anbieten.“ Die Nachfrage sei zum jetzigen Zeitpunkt sehr hoch.

In Bayern hat sich die Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) in der vergangenen Woche in einer Sondersitzung dem Thema angenommen und Ärzten eine besondere Möglichkeit geboten. Sie dürfen untereinander tauschen. Zudem stehen 20.000 Impfdosen aus Frankreich in Aussicht, die den Freistaat in etwa ein bis zwei Wochen erreichen sollen.

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