Grippeimpfstoffe: Kammer will Sicherheitsreserve

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Kiel - Einige tausend Schleswig-Holsteiner haben sich in dieser Saison nach Einschätzung der Apothekerkammer wegen des Impfstoff- Mangels nicht gegen Grippe impfen lassen können. Im nördlichsten Bundesland hätten tausende Dosen gefehlt, sagte Geschäftsführer Frank Jaschkowski.

Jaschkowski geht davon aus, dass viele gar nicht mehr zum Arzt gegangen sind, weil kein Impfstoff mehr da war. Die insgesamt rund 650 Apotheken hätten im vierstelligen Bereich zusätzlich Impfstoff aus dem Ausland bezogen, überwiegend aus Großbritannien, sagte Jaschkowski. „Damit konnten kleinere Versorgungslücken geschlossen werden.“

Auf die Frage nach möglichen Konsequenzen aus dem Versorgungsmangel plädierte Jaschkowski dafür, zusätzlich zu dem geschätzten Bedarf eine Sicherheitsreserve von etwa 10 Prozent anzulegen, auch auf die Gefahr hin, dass ein Restbestand übrig bleibt. Seit Anfang Dezember wurden in Schleswig-Holstein nur wenige Influenza-Fälle gemeldet, aus einigen Kreisen noch gar keine.

Bereits im Oktober meldeten einzelne Hersteller alle Impfdosen abverkauft zu haben, andere lagen mit der Auslieferung der noch verfügbaren Impfdosen in den letzten Zügen. Nachkommen sollte nichts, denn die Produktionen stand bereits still. Das Verbot der Rabattverträge, das juristische Gezerre um den Apothekervertrag der AOK Nordost sowie lange unklare Preise haben für Zurückhaltung bei der Vorbestellung der saisonalen Grippeimpfstoffe gesorgt. Das Risiko, auf den Impfdosen sitzen zu bleiben, wollte schließlich niemand übernehmen. Dazu kam das Warten erst auf die Ständige Impfstoffkommission (STIKO), dann auf den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Als klar war, dass die quadrivalente Vakzine zum Leistungskatalog der Kassen gehört, blieb den Herstellern nur wenig Vorlauf für die Produktion.

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