Mikrogliazellen

Alzheimer: Forscher entdecken Immungedächtnis APOTHEKE ADHOC, 17.04.2018 12:36 Uhr

Berlin - Die Immunzellen des Gehirns können sich an vorherige Entzündungen erinnern und so durch diese langfristig verändert werden. Dieses Immungedächtnis beeinflusst möglicherweise den Verlauf später auftretender neurologischer Erkrankungen wie Morbus Alzheimer, wie deutsche Forscher im Fachjournal „Nature“ berichten.

Mikroglia sind sehr langlebige Immunzellen, die nur im Gehirn vorkommen. Sie haben einen protektiven Effekt auf das Gehirn, da sie mittels Phagozytose und Pinozytose Abfallstoffe und toxische Substanzen beseitigen. Daher werden sie zu den Gewebsmakrophagen gezählt. Mikroglia stehen im Verdacht, bei neurodegenerativen Erkrankungen eine zentrale Rolle zu spielen.

Wissenschaftler des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung (HIH), des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der Universität Tübingen haben in Zusammenarbeit mit weiteren Kollegen deshalb an einem Tiermodell untersucht, ob sich diese Immunzellen im Laufe der Zeit durch äußere Faktoren verändern und welchen Einfluss dies auf die Gesundheit des Gehirns hat. „Aus epidemiologischen Studien weiß man, dass Infektionskrankheiten oder Entzündungen über die Lebensspanne hinweg den Schweregrad einer viel später auftretenden Alzheimer-Erkrankung beeinflussen können. Wir haben uns daher gefragt, ob ein Immungedächtnis in den langlebigen Mikroglia dieses Risiko vermitteln könnte“, erklärt Studienleiter Dr. Jonas Neher (HIH).

Bislang war unklar, ob sich Mikroglia an eine vorhergehende Entzündung erinnern. An Labormäusen konnte die Arbeitsgruppe dies nun zeigen. Die Wissenschaftler lösten eine Entzündung außerhalb des Gehirns aus. Je nachdem, wie oft sie diesen Vorgang wiederholten, konnten sie in den Mikrogliazellen des Gehirns zwei verschiedene Zustände hervorrufen: „Training“ und „Toleranz“. Durch die erste entzündliche Aktivierung wurden die Immunzellen trainiert – bei der nächsten reagierten sie deshalb stärker. Nach viermaliger Aktivierung bemerkten die Forscher eine Toleranz, die Mikroglia sprachen kaum noch an.

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