Pharmakonzerne

Alzheimer: Forscher hoffen auf Durchbruch dpa, 08.02.2018 10:46 Uhr

Berlin - Alzheimer ist eine der heimtückischsten Krankheiten, die es gibt. Lange hatte die Forschung kein Gegenmittel. Das könnte sich bald ändern, denn Pharmafirmen investieren nach langem Stillstand wieder in die Forschung.

Die Alzheimer-Forschung steckte lange in einem Dilemma: Weil die Medizin bei der Erklärung der Krankheit schlecht vorankam, floss auch deutlich weniger Geld in entsprechende Studien als bei anderen großen Krankheiten. Alzheimer sei hingegen wie eine „Lotteriebox“, beschreibt Analyst Bernhard Weininger von Independent Research die Situation für die Konzerne. Niemand könne sagen, ob die aktuelle Forschung mit ihren Annahmen richtig liege. „Als forschendes Unternehmen muss ich aber meine Ressourcen einteilen, denn am Ende brauche ich einen Ertrag.“

Solche Gedanken dürften sich die Manager beim US-Pharmagiganten Pfizer gemacht haben. Nachdem die Amerikaner ihre Alzheimer-Forschung bereits drastisch heruntergefahren hatten, kündigten sie Anfang des Jahres ihren kompletten Ausstieg aus dem Geschäft an – stattdessen will sich Pfizer auf Bereiche konzentrieren, in denen die Erfolgsaussichten besser sind.

Dabei tun Alzheimer-Medikamente dringend Not. Die gängigen Therapien können nur die Symptome lindern, den Verlauf der Erkrankung aber nicht verzögern. Jahrelang wurden Plaques – Ablagerungen im Gehirn, die durch ein bestimmtes fehlerhaftes Protein gebildet werden – als Verursacher der Krankheit gesehen. Die neuere Forschung hat kleinere giftige Verklumpungen als die eigentlichen Zerstörer der Nervenzellen im Visier.

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