Zähne zusammenbeißen und durchkommen

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Berlin - In den meisten Bundesländern haben die Einkaufscenter zumindest teilweise wieder geöffnet. Damit steigt der Publikumsverkehr. Und auch die gebeutelten Center-Apotheken können damit langsam wieder aufatmen. Noch keine Hoffnung schöpfen können hingegen vor allem die Apotheken an Flughäfen. Der Fernreiseverkehr liegt weitestgehend brach und an den Flughäfen starten nur noch wenige Maschinen. „Zähne zusammenbeißen und durchkommen“, lautet die Devise von Walter Maria Verführt, dem Inhaber der Münchner Metropolitan Apotheken und Gründer der Metropolitan Pharmacy Kooperation, die Apotheken in Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg und Berlin betreibt.

Normalerweise starten in Frankfurt und München die Flieger im Sekundentakt. Bis zu sieben Millionen Passagieren werden in Frankfurt in der Hochsaison abgefertigt. Im Corona-März 2020 waren es noch 2,1 Millionen und der April dürfte noch schlechter ausfallen. In der letzten Woche gab es gerade mal 1404 Flugbewegungen. Nur noch circa 200 Maschinen starten und landen auf Deutschlands größtem Flughafen pro Tag. In München ist die Lage nicht besser: Die Zahl der Flüge hat sich im März halbiert. Die Zahl der Fluggäste ist um 65 Prozent eingebrochen.

Das bekommen auch die Flughafenapotheken zu spüren. Es gibt Kurzarbeit, man schlägt sich durch. „Aber die Message ist, wir halten durch“, sagte Verfürth, der am Franz-Josef-Strauß-Airport in München vier Apotheken betreibt, zwei in den beiden Terminals und zwei in den Transitbereichen. „Wir nutzen jetzt unsere guten Kontakte zu China“, berichtet Verfürth. Statt Arzneimittel und andere Freiwahlprodukte an Flugreisende zu verkaufen, handelt Verfürth momentan mit Schutzmasken und Desinfektionsmitteln – nicht nur an die wenige Kundschaft vor Ort, sondern als Zwischenhändler für andere Apotheken. „Unsere Ware ist geprüft“, so Verfürth.

Aber nicht nur das: Schon vor der Corona-Krise dienten seine Flughafen-Apotheken auch zur Versorgung der umliegenden Bewohner. Verfürth: „Das haben wir ausgebaut und liefern jetzt die Ware auch nach Hause.“ Jammern will der Apothekeninhaber nicht, „irgendwann geht die Coronazeit auch mal wieder vorüber.“ Bis dahin muss er jeden Tag seine Apotheken von 6.30 Uhr bis 21 Uhr offenhalten – obwohl am Flughafen nichts los ist. So hat es die Aufsicht angeordnet. Das kostet Personal: „Das haben wir aber voll im Griff“, so Verfürth. Weil nicht mehr alle Mitarbeiter Vollzeit benötigt, wurde Kurzarbeit eingeführt.

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