„Die Spender-Basis bröckelt permanent“ | APOTHEKE ADHOC
Akuter Mangel an Blutkonserven

„Die Spender-Basis bröckelt permanent“

, Uhr
Berlin -

Regelmäßig rufen Kliniken und DRK zum Blutspenden auf. Momentan ist die Lage wieder besonders angespannt. Die Blutspendedienste sehen verschiedene mögliche Ursachen, es gebe auch ein Grundproblem.

Blutspendedienste schlagen Alarm: Wegen eines akuten Mangels ruft das Deutsche Rote Kreuz (DRK) dringend zum Blutspenden auf. „Wir können die Anforderungen der Kliniken derzeit nicht mehr erfüllen“, sagte der Sprecher des DRK West, Stephan David Küpper. Bei einigen Blutgruppen reichten die Bestände nur noch für ein bis zwei Tage – statt der benötigten fünf bis sechs Tage. Auch der Blutspendedienst der Uniklinik Bonn sprach von einer angespannten Versorgungssituation.

„Damit wir auch weiterhin alle Patientinnen und Patienten bei Operationen mit Blut versorgen können, sind wir dringend auf Hilfe angewiesen“, sagte Professor Johannes Oldenburg, Direktor des Instituts für Experimentelle Hämatologie und Transfusionsmedizin. „Derzeit sind sogar die Reserven für Notfälle knapp.“ Besonders Konserven der Blutgruppe 0, die als Universalspende für jede andere Blutgruppe genutzt werden könnten, würden benötigt.

Zu wenig regelmäßige Spender

Als mögliche Gründe für den Engpass nannte DRK-Sprecher Küpper die Osterferien, das gute Wetter und die zurückgefahrenen Corona-Einschränkungen. Da hätten viele Menschen zunächst mal etwas anderes vor, als Blut spenden zu gehen. „Das Grundproblem ist, dass wir eine so niedrige Zahl regelmäßiger Blutspender haben, dass sich jede Art von Verwerfung sofort negativ auswirkt“, meinte Küpper. In NRW gingen etwa 280.000 Menschen regelmäßig – also mindestens dreimal pro Jahr – beim DRK Blut spenden. Das sei gemessen an der Einwohnerzahl und dem Bedarf der Kliniken viel zu wenig.

„Die Spender-Basis bröckelt permanent“, sagte Küpper. Treue Spender aus der Generation der „Babyboomer“ blieben aus Altersgründen nach und nach weg – aber es kämen kaum neue Spender nach. Dieses Problem werde sich in den kommenden Jahren wahrscheinlich noch verschärfen, befürchtet Küpper.

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