3er-Regel für alle

Blutspenderegeln: Deutschland vs. Österreich

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Berlin -

Österreich hat seine Blutspenderegeln angepasst. Dort wird ab sofort nicht mehr zwischen Geschlechtern und sexueller Orientierung unterschieden. In Deutschland dürfen Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) weiterhin nur unter Beachtung der 4-Monats-Regel spenden.

Nicht für alle Menschen gelten die gleichen Blutspenderegeln. So durften MSM-Personen in Deutschland bis zum Sommer 2017 eigentlich gar kein Blut spenden. Dann wurden die Regeln geändert. Männer, die Sex mit Männern hatten, durften fortan Blut spenden, wenn sie ein Jahr keinen Geschlechtsverkehr mit Männern hatten.

Zu wenig und nicht wissenschaftlich fundiert, kritisierte damals der Lesben- und Schwulenverband. 2021 folgte dann erneut eine Lockerung. Durfte bis dahin erst zwölf Monate nach dem letzten sexuellen Kontakt mit Männern Blut gespendet werden, wurde diese Frist im Herbst vergangenen Jahres auf vier Monate verkürzt.

In Österreich weicht man nun von diesen Sonderregeln ab und stellt neue allgemeingültige Vorgaben auf. So dürfen – unabhängig von Geschlecht und Sexualität – zukünftig nur noch Personen Blut spenden, die in den letzten drei Monaten nicht mit mehr als drei Personen Sex hatten.

Die Dreierregel lautet: Alle Personen, die in den letzten drei Monaten mit drei oder mehr Personen Sex hatten, werden für drei Monate aus der Blutspende ausgeschlossen.

Die allgemeingültige Neuregelung beendet die Diskriminierung bestimmter Personengruppen. „Wir beseitigen damit eine völlig aus der Zeit gefallene Ungleichbehandlung“, so Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne).

Die Wahrscheinlichkeit, sich mit HIV zu infizieren, hängt von der Art des Geschlechtsverkehrs ab. Es macht auch einen Unterschied, wer von beiden Sexualpartnern positiv ist. So ist das Risiko bei Analverkehr generell höher als bei vaginalem Geschlechtsverkehr.

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