Auch für den Spender vorteilhaft

Blutspende ist wichtig – und gesund

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Berlin -

Blutspenden können Patient:innen helfen oder sogar Leben retten. Nicht nur für Bedürftige bringt die Spende Vorteile, auch Spender:innen selbst profitieren vom regelmäßigen Aderlass. So sollen der Blutdruck und das Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen gesenkt werden.

Blutspender:innen profitieren nicht nur von der regelmäßigen Kontrolle ihrer Vitalwerte, sondern womöglich auch von einer Senkung des Blutdrucks. Diese tritt kurzfristig nach der Blutentnahme auf und kann bei regelmäßigen Spenden dauerhaft bleiben. Laut einer Studie der Berliner Charité gaben regelmäßige Blutspender:innen an, sich leistungsfähiger zu fühlen, außerdem wiesen sie offenbar eine bessere Immunabwehr auf: „Zudem konnten wir eine Verbesserung der antioxidativen Kapazität – dem Vermögen, freie Radikale zu neutralisieren – beobachten. Dies könnte implizieren, dass regelmäßige Blutspender im Vergleich zu Nicht-Blutspendern seltener an Erkältungen erkranken und eine gesteigerte Immunabwehr aufweisen“, so der verantwortliche Forscher Professor Dr. Andreas Michalsen.

Wegen der Corona-Pandemie wurde seitens der deutschen Gesellschaft für Blut, Zellen und Gewebe ein starker Rückgang der Blutspender:innen erwartet. Zunächst war aber das Gegenteil der Fall: Wegen des Lockdowns hatten plötzlich mehr Menschen Zeit, um zur Blutspende zu gehen. Laut Professor Dr. Hermann Eichler, Leiter des Hämophilie-Zentrums, nahmen nach Bekanntgabe der Unbedenklichkeit wieder mehr potenzielle Blutsper:innen das Angebot wahr. Das Verhältnis zwischen Nachfrage und Angebot verschob sich zum Positiven: Man hätte mehr Betroffene mit Blut versorgen können als benötigt. Durch die Vorhaltung von Intensivbetten für schwer kranke Corona-Patient:innen wurden zugleich weniger Operationen anberaumt als vor dem Lockdown.

Rückläufige Zahlen

Mit den Lockerungen rund um die Corona-Maßnahmen kippten das Angebot an Blutkonserven und die Bereitschaft zur Spende wieder in den negativen Bereich. „Die Leute waren dann erstmal im Urlaub und hatten nicht mehr so viel Zeit zur Blutspende“, erläutert Eichler. Auch der demografische Wandel muss in Betracht gezogen werden. Die meisten Menschen, die regelmäßig zum Blutspenden kommen, sind durchschnittlich 45 Jahre alt. Die jüngere Bevölkerung nimmt das Angebot leider nicht so häufig wahr. Es sind jetzt schon nur etwa 1 Prozent der Bevölkerung bereit, regelmäßig zu spenden.

Corona nicht über Blut übertragbar

„Wir wünschen uns, dass es deutlich mehr werden“, appelliert Eichler. Man müsse zudem die geringe Haltbarkeit der Blutkonserven beachten. Es sei wichtig, dass ständig Nachschub komme. Momentan läge die Rate für Plasmaspenden deutlich unter dem eigentlichen Bedarf, so dass die USA zuliefern muss. Abschließend macht Eichler nochmals deutlich: „Corona kann nicht über das Blut übertragen werden, die Blutspende unterliegt hohen hygienischen Vorschriften. Gespendet wird zudem nur nach vorheriger ärztlicher Untersuchung. Ich kenne keinen Fall, wo sich jemand bei der Blutspende mit dem Virus angesteckt hat.“

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