Ärzte kaufen sich gute Noten

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Berlin - Jameda hat mehrere Ärzte wegen gekaufter Bewertungen abgemahnt und will weiter gegen Manipulationsvorwürfe vorgehen. Es ist ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte der rechtlichen Auseinandersetzungen des Arzt-Bewertungsportals.

Die Jameda-Betreiber können wohl bald auch ein Anwaltsbewertungsportal eröffnen: Wie das Portal heute vermeldet, hat es zum wiederholten Mal rechtliche Schritte gegen Ärzte eingeleitet, die versucht haben, ihre Bewertungen zu manipulieren. Konkret seien mehrere Ärzte abgemahnt worden, weil sie einen Anbieter damit beauftragt hatten, gegen Bezahlung positive Bewertungen auf der Seite zu platzieren. Eine dementsprechende strafbewehrte Unterlassungserklärung sei von allen unterzeichnet worden.

Insgesamt habe es sich um drei Ärzte gehandelt, „aber wir arbeiten mit Hochdruck daran, weitere Ärzte abzumahnen“, so eine Sprecherin des Unternehmens. Den Nutzungsbedingungen des Portals zufolge sind gekaufte Bewertungen strikt untersagt, da sie eine wettbewerbswidrige Einflussnahme auf die Arztwahl darstellen. So hatte Jameda im September 2017 vor dem Landgericht München eine einstweilige Verfügung gegen die Agentur „Five Star Marketing UG“ erwirkt, nachdem diese Bewertungspakete an Ärzte verkauft hatte.

Jede Bewertung werde von einem selbstlernenden Algorithmus anhand von 50 verschiedenen Kriterien geprüft, erklärt die Jameda-Sprecherin. Werden dabei sprachliche oder technische Auffälligkeiten erkannt, folgt eine zweite Prüfstufe mit einem SMS-Verfahren ähnlich der SMS-TAN beim Online-Banking. Gleichzeitig seien bei dem Portal auch 20 Mitarbeiter damit beschäftigt, auffällige Bewertungen manuell zu überprüfen.

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