ADApp: Pilotprojekt sucht Drohnen-Apotheken

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Berlin - Das Dessauer Drohnenprojekt um Apotheker Martin Grünthal kommt in Fahrt: Die Projektpartner der „Apotheken-Drohnen-App“ (ADApp) suchen weitere Teilnehmer – die ihnen helfen sollen, zu verstehen, welche Bedürfnisse die Drohnen aus Apothekensicht erfüllen müssen. Läuft alles glatt, könnte die Drohne schon in zwei Jahren standardmäßig zum Einsatz kommen.

Drohnenprojekte gab es schon so einige, aber das Modellprojekt in Sachsen-Anhalt will erstmals das gesamte Spektrum von der praktischen Anwendung bis zur wissenschaftlichen Auswertung zusammenführen – und hat einen konkreten Fahrplan. „Nicht nur die technische Entwicklung ist innovativ, sondern auch unser Vorgehen“, sagt Dr. Franziska Stephan, die an der Universitätsmedizin Halle als wissenschaftliche Mitarbeiterin für das Projekt zuständig ist. Von der Dessauer Bauhaus-Apotheke über Drohnenbauer Diaven bis zum IT-Entwickler Brain-SCC sind viele Player an der praktischen Umsetzung des fliegenden Botendienstes beteiligt, die Hochschule Anhalt und die Universität Halle wiederum betreuen das vom Bund geförderte Projekt wissenschaftlich – und sind nun auf der Suche nach Apotheken, die sich einbringen wollen.

Geplant sind sogenannte Fokusgruppen, die jeweils aus beteiligten Gruppen bestehen: Apotheker, Ärzte. Patienten und Pflegekräfte. Jede einzelne Gruppe wird mit der Drohne umgehen müssen und hat jeweils eigene Bedürfnisse an Handhabung und Funktionalitäten des kleinen Arzneimittelhelikopters. „Die wichtigsten sind allerdings die Apotheker, weil sie diejenigen sind, die die Drohnen am meisten bedienen und mit ihnen arbeiten. Sie sind die Hauptakteure des Projekts“, sagt Stephan. Die Teilnehmer der Fokusgruppen müssen sich dem Projekt dabei keineswegs fest anschließen, betont sie. „Erst einmal wollen wir je eine Gruppe zusammenstellen, die sich untereinander darüber austauscht, was genau gebraucht wird. Wenn es dann Probanden gibt, die am Projekt teilnehmen, freuen wir uns natürlich besonders.“

Und die Perspektive dazu ist da: Aus den Fokusgruppen sollen dann Kerngruppen hervorgehen, die das Projekt längerfristig begleiten und die Drohnen selbst testen. Sechs Termine in den kommenden zwei Jahren sind dafür eingeplant. Besondere Vorgaben an die Apotheken gibt es dabei nicht. „Da sind wir ganz offen für allem möglichen Interessenten“, sagt Stephan. Allerdings konzentriert sich das Projekt vorerst auf zwei konkrete Szenarien: die Palliativversorgung und Corona-Patienten in Quarantäne.

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