Strüngmann: Corona-Impfstoff ist erst der Anfang

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Berlin - Mit den Studienergebnissen zum Corona-Impfstoff BNT162b2 hat BioNTech weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Medien feiern Firmenchef Ugur Sahin, doch stolz sein können auch die Hexal-Gründer Thomas und Andreas Strüngmann. Sie sind ihrem Ziel, ein originäres Heilmittel für Patienten auf der ganzen Welt zu entwickeln, ein großes Stück näher gekommen.

Nach dem Verkauf von Hexal an Novartis im Jahr 2005 investierten die Strüngmann-Brüder in zahlreiche Branchen und Unternehmen. Auch dem Pharmabereich blieben sie treu: Einerseits gehören ihnen in der Apotheke bekannte Hersteller wie Aristo, Bioeq, Strathos (Siemens/Sidroga) und Klinge. Andererseits pumpten sie mehr als eine Milliarde Euro in unterschiedliche Biotechfirmen – unter anderem BioNTech. Etwas mehr als 50 Prozent der Anteile liegen bei den Zwillingen und weiteren Mitgliedern der Familie.

Entsprechend stolz ist Thomas Strüngmann auf den aktuellen Erfolg des Unternehmens: „Ugur und sein Team haben großartige Arbeit geleistet, in so kurzer Zeit einen Impfstoff gegen Covid zu entwickeln“, sagt er auf Nachfrage. Für ihn sind die vielversprechenden Ergebnisse aber auch eine Bestätigung des Konzepts von BioNTech insgesamt: „Darüber hinaus freue ich mich, dass die mRNA-Platform mit diesem Impfstoff validiert worden ist. Viele neue therapeutische Ansätze können mit mRNA angegangen werden.“

Schon bei Sahins erstem Projekt Ganymed waren die Strüngmann-Brüder als Investoren dabei. Die auf Antikörper gegen Krebs spezialisierte Biotechfirma wurde 2015 für knapp 1,3 Milliarden Euro an den japanischen Pharmakonzern Astellas verkauft. Auch bei BioNTech hat sich der Firmenwert vervielfacht: Wurden die Aktien zum Börsengang für 15 Euro ausgegeben, sind sie mittlerweile mehr als 90 Euro wert.

Dass das Unternehmen die Adresse „An der Goldgrube“ hat, fügen dementsprechend viele Medien augenzwinkernd ihren Berichten über die jüngsten Erfolge hinzu. Aber den Strüngmanns geht es gar nicht primär um Renditen, sondern vor allem darum, hochwirksame medizinische Innovationen hervorzubringen: Ihr Traum sei es, Medikamente auf den Markt zu bringen, die schwere Krankheiten chronisch beherrschbar machen oder kurativ sind, sagte Strüngmann schon vor Jahren. „Wir haben die Vision, ein neues, wirklich innovatives Pharmaunternehmen aufzubauen“, bestätigte er im vergangenen Dezember noch einmal im Interview mit dem Handelsblatt.

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