Einstieg bei Formycon

Stelara/Lucentis: Strüngmanns starten Biosimilar-Offensive

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Berlin -

Die Strüngmann-Brüder starten eine Offensive im Bereich der Biosimilars. Mit Stelara und Lucentis bekommen gleich zwei Blockbuster Konkurrenz aus dem Haus der Hexal-Gründer, Aristo-Eigentümer und Biontech-Investoren. Drehscheibe wird die börsennotierte Formycon.

Über ihre Beteiligungsgesellschaft Athos hatte die Strüngmann-Familie zwei Biosimilar-Kandidaten in der Entwicklung:

  • Fyb201: Ranibizumab, Biosimilar zu Lucentis, seit 2013 in Entwicklung durch Bioeq AG, einem Joint Venture von Athos und Polpharma (je 50 Prozent), Zulassung in den USA und Europa wird für das dritte Quartal erwartet
  • Fyb202: Ustekinumab, Biosimilar zu Stelara, seit 2017 in Entwicklung durch Aristo (75,1 Prozent) und Formycon (24,9 Prozent)

Beide Kandidaten bringt Athos jetzt in Formycon ein – bei Fyb201 in Gestalt des 50-prozentigen Anteils an Bioeq AG und bei Fyb202 in Gestalt des 75,1-prozentigen Projektanteils. Außerdem erwirbt und integriert Formycon den langjährigen Partner Bioeq GmbH mit Kompetenzen in mehreren Bereichen, die laut Unternehmen für die Entwicklung, Zulassung und Kommerzialisierung von Biosimilars wichtig sind.

Die Transaktion hat ein Volumen im Gesamtwert von rund 650 Millionen Euro – im Gegenzug für die Einbringung der Assets erhält Athos eine Beteiligung von 26,6 Prozent an Formycon und wird damit größter Einzelaktionär. Zugrunde liegt eine Fair-Value-Bewertung der Formycon-Aktie von 83,41 Euro. Weiterhin soll Athos eine Erlösbeteiligung (Earn-out-Komponente) an den zukünftig mit FYB201 und FYB202 erzielten Einnahmen der Formycon erhalten, die im insgesamt mittleren dreistelligen Millionenbereich erwartet wird.

Durch die Übernahme der Biosimilar-Kandidaten wird Formycon zu einem deutlich höheren Anteil an den künftigen Erlösen aus deren Vermarktung beteiligt. Die daraus erwarteten Mittelzuflüsse wird das Unternehmen überwiegend in den beschleunigten Ausbau der Entwicklungs-Pipeline investieren. Hierdurch sollen zukünftige Biosimilar-Kandidaten eigenständig entwickelt werden, die damit nachhaltig zur Wertschöpfung und zum weiteren Wachstum des Unternehmens beitragen sollen.

Die Transaktion steht unter Vorbehalt üblicher Bedingungen einschließlich bestimmter behördlicher Genehmigungen und soll voraussichtlich im ersten Halbjahr abgeschlossen werden. Weitere knapp 16 Prozent der Aktien werden künftig von Wendeln & Cie. gehalten sowie knapp 7 Prozent vom Finanzinvestor Active Ownership Capital (AOC). Athos und AOC stellen als Investorenkonsortium außerdem eine Darlehenslinie in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung, um die Liquiditätsbasis von Formycon zu stärken und weitere kurzfristige Investitionen in die Pipeline zu ermöglichen.

Darüber hinaus verfügt Formycon weiterhin über die Rechte an FYB206, einem präklinischen Biosimilar-Kandidaten, sowie an FYB207, einer breitwirksamen antiviralen Medikamenten-Entwicklung für die Behandlung von Covid-19.

Dr. Nicolas Combé, CFO der Formycon, sagte: „Die Wertgutachten beider Parteien bestätigen nicht nur die Attraktivität dieser Transaktion für Formycon sondern implizit auch das Potenzial unserer Aktie, welches durch diese Akquisition nochmals erheblich gesteigert werden sollte. Mit der Maßnahme erweitert Formycon seinen Aktionsradius im stark wachsenden Biosimilar-Markt. Dabei setzen wir weiterhin auf nachhaltiges Wachstum durch die zukünftigen Erträge unserer Biosimilar-Kandidaten und einen kontinuierlichen Ausbau unserer Entwicklungs-Pipeline.“

Dr. Stefan Glombitza, COO der Formycon, erklärte: „Damit gehen wir in die nächste Stufe der Partnerschaft mit Athos und festigen unsere Position als hochspezialisiertes Unternehmen für die Biosimilar-Entwicklung. Die Bündelung der Kompetenzen im Bereich Research & Development vereint die sich seit Jahren in partnerschaftlicher Zusammenarbeit ergänzenden Fähigkeiten und Stärken von Formycon und Bioeq und wird dem Ausbau unserer Enwicklungspipeline zusätzliche Dynamik verleihen.“

Dr. Carsten Brockmeyer, CEO der Formycon, ergänzte: „Die Transaktion ist für Formycon von herausragender Bedeutung und schafft beste Voraussetzungen für die weitere Entwicklung hin zu einem vollintegrierten Pharmaunternehmen im Bereich der Biosimilars. Mein ausdrücklicher Dank gilt allen Beteiligten, die diese Transaktion erfolgreich mit auf den Weg gebracht haben.“

Melissa Simon von Athos fügte hinzu: „Formycon ist weltweit einer der wenigen dezidierten Biosimilar-Experten. Gemeinsam verbindet uns das Ziel, Patientinnen und Patienten einen besseren Zugang zu modernen und hochwirksamen Therapien zu ermöglichen. Wir sind überzeugt, dass Formycon mit der Fusion sein Potential im Wachstumsmarkt Biosimilars voll ausschöpfen kann.“

Stelara wird zur Behandlung verschiedener schwerwiegender inflammatorischer Erkrankungen wie mittelschwerer bis schwerer Psoriasis (Schuppenflechte) sowie entzündlicher Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa eingesetzt. Lucentis dient zur Behandlung der altersbedingten neovaskulären (feuchten) Makuladegeneration und weiterer schwerwiegender Augenerkrankungen.

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