Biontech-Großaktionäre

Bild: Strüngmann-Brüder sind die reichsten Deutschen

, Uhr
Berlin -

Thomas und Andreas Strüngmann sind laut einem Bericht der Bild-Zeitung jetzt mutmaßlich die reichsten Menschen in Deutschland. Ihre Beteiligung an Biontech könnte demnach wertvoller sein als das gesamte Aldi-Imperium.

„Die Gebrüder Strüngmann sind aktuell mutmaßlich die reichsten Deutschen mit einem Vermögen von insgesamt um die 45 Milliarden Euro (US-Medienhaus Forbes)“, schreibt Bild. Die Relativierung erklärt das Blatt damit, dass das Vermögen der Erben der beiden Aldi-Gründer Theo und Karl Albrecht nur geschätzt werden könne. „Die Aldis (Nord, Süd) sind nämlich nicht an der Börse, wo der Firmenwert minütlich exakt berechnet wird.“

Alleine der – rein rechnerische – Wert ihrer Beteiligung an Biontech ist seit April von rund 12 auf aktuell mehr als 30 Milliarden Euro gewachsen. 47 Prozent am Hersteller des Corona-Impfstoffs Comirnaty gehören den Brüdern, weitere 17 Prozent halten die Firmengründer Ugur Sahin und Özlem Türeci. Für sie, genauso wie für den Partner Pfizer und die zahlreichen Kleinaktionäre, die rechtzeitig aufgesprungen sind, hat der Firmensitz „An der Goldgrube“ eine ganz besondere Bedeutung.

Bild weist allerdings auch darauf hin, dass das Vermögen der Strüngmann-Brüder stark schwankt. Der Kurs der Biontech-Aktie hatte sich alleine seit April zweitweise fast vervierfacht und in der vergangenen Woche erstmals in größerem Umfang konsolidiert: Am Mittwoch ging es von 350 Euro runter auf 305 Euro – alleine an diesem Tag verloren die Zwillinge auf dem Papier sechs Milliarden Euro. Das entspricht ungefähr dem Betrag, den ihnen der Verkauf von Hexal an Novartis im Jahr 2005 gebracht hatte.

Die Strüngmanns hatten ihr Vermögen breit investiert, unter anderem in Pharmafirmen wie Aristo, Klinge oder Sidroga/Siemens. Parallel stiegen sie mit dem Ziel, nach Jahrzehnten im Generikageschäft eine innovative Therapie zu entwickeln, bei diversen Biotechfirmen ein. Schon bei Ganymed, dem ersten Projekt des heutigen Biontech-CEO Ugur Sahin, waren sie als Investoren dabei. Die auf Antikörper gegen Krebs spezialisierte Biotechfirma wurde 2015 für knapp 1,3 Milliarden Euro an den japanischen Pharmakonzern Astellas verkauft.

2008 stellten die Brüder Biontech 150 Millionen Euro als Startkapital zur Verfügung. Ende 2019 wurde das Unternehmen an die Börse gebracht, gerade rechtzeitig, um Geld für die späteren Projekte einzusammeln. Der Ausgabepreis lag bei 15 Euro, von Corona ahnte damals niemand etwas. Mit wissenschaftlicher und unternehmerischer Cleverness gelang es ihnen, den ersten Impfstoff gegen das Virus zu entwickeln und auf den Markt zu bringen – und der Welt einen Ausweg aus der Pandemie zu ermöglichen.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Gematik-App „nicht mehr erforderlich“
Barmer-App: Ab jetzt mit E-Rezept & ePA
„Wer Apotheken für Pillepalle hält ...“
Protestkampagne: Kammer attackiert SPD
Mehr aus Ressort
WebApp statt iPad
Mayd arbeitet an Comeback

APOTHEKE ADHOC Debatte