Mundipharma verlässt Deutschland

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Berlin -

In Deutschland gibt es künftig einen Pharmahersteller weniger: Die Geschäftsleitung von Mundipharma hat gestern die Belegschaft über Pläne zur strategischen Neuausrichtung des Unternehmens informiert. Produktion und Verpackung werden zu einer Schwesterfirma in Großbritannien verlagert. Hunderte Arbeitsplätze werden im 50. Jahr der Unternehmensgeschichte gestrichen.

Als der ehemalige Betapharm-Chef Michael Ewers Ende vergangenen Jahres bei der britischen Mundipharma anheuerte, ahnten wohl nur wenige Insider, dass dies der Anfang vom Ende des Herstellers in Deutschland sein würde. Forschung und Entwicklung von Mundipharma sollen künftig am Standort Cambridge stationiert sein. 400 Jobs sollen damit bis spätestens Ende 2018 in Limburg wegfallen.

Mundipharma wird in Deutschland zu einer reinen Vertriebsgesellschaft. Man setze weiterhin auf eine starke Präsenz im deutschen Markt, teilte der Hersteller mit. Marketing und Vertrieb sollen aber neu strukturiert werden. Geplant wird bis Ende September mit rund 165 Vollzeitstellen – weniger als die Hälfte der bisherigen Belegschaft. Vier von fünf der insgesamt 770 Arbeitsplätze fallen weg. Für Apotheker und Ärzte soll sich nichts ändern.

In Limburg herrschte nach der gestrigen Betriebsversammlung blankes Entsetzen. Unter den betroffenen Mitarbeitern kursierten Gerüchte über eine Insolvenz. Bestätigt ist das nicht, ein Unternehmenssprecher machte dazu keine Angaben – genauso wenig zu den Gründen, die am Ende entscheidend waren. Auch die Lokalpolitik ringt um Fassung. Immerhin ist Mundipharma fest in der Region verwurzelt.

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