Lieferengpässe

Zentiva: Noweda instrumentalisiert Apotheker Alexander Müller, 18.04.2017 15:13 Uhr

Berlin - Der Generikahersteller Zentiva weist die Vorwürfe des Großhändlers Noweda bezüglich mangelnder Lieferfähigkeit zurück. Bei der Sanofi-Tochter kann man die Zahlen zu angeblichen Ausfällen nicht nachvollziehen, die die Genossenschaft gegenüber Apotheken kommuniziert hatte. Dem Großhändler zufolge haben sich dagegen schon viele Apotheken an der Protestaktion beteiligt, was die Relevanz des Themas unterstreiche.

Die Noweda hatte ihre Mitglieder zu einer gemeinsamen Kampagne gegen Zentiva aufgerufen. Die Apotheken sollten ein vorbereitetes Schreiben an den Hersteller schicken und sich damit über etwaige Lieferausfälle beschweren. Nach Angaben des Großhändlers ist die Sanofi-Tochter im vergangenen Jahr besonders negativ aufgefallen.

Laut einem Mitgliederschreiben des Großhändlers entsprach die ausgelieferte Menge 2016 nur rund 39 Prozent der vom Großhändler bestellten Mengen. Seit Anfang 2017 habe sich die Auslieferquote des Herstellers weiter verschlechtert und liege nun nur noch bei 35 Prozent. Bei den fünf Artikeln mit der schlechtesten Lieferfähigkeit hat die Noweda nach eigenen Angaben im Februar die Auslieferquote von 17 Prozent vermerkt.

„Die in der Protestaktion von Noweda publizierten Zahlen können wir nach einer ersten Überprüfung überhaupt nicht nachvollziehen“, teilte eine Sprecherin des Herstellers in der vergangenen Woche mit. „Sanofi/Zentiva hätte es begrüßt, im Vorfeld mit Noweda zu sprechen und die Zahlen abzuklären. Das Unternehmen bedauert, dass dadurch viele Apotheker instrumentalisiert und verunsichert werden“, so die Sprecherin.
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