Interview Andreas Sauer (Fiebig)

„Dann sind die Lager gleich wieder leer“ Carolin Bauer, 29.07.2016 10:24 Uhr

Berlin - Defekte Arzneimittel gehören in Apotheken zum Alltag und sorgen meist für Ärger. Die Ausfälle bringen auch die Abläufe beim Großhandel durcheinander. Andreas Sauer, Geschäftsführer des Privatgroßhändlers Fiebig, erklärt, welche Folgen Lieferengpässe für die Lagerhaltung haben und dass sein Unternehmen keine kontingentierten Medikamente ins Ausland verkauft.

ADHOC: Wie schaden Lieferengpässe dem Großhandel?
SAUER: Defekte bringen die komplette Lieferkette durcheinander. Die normalen Prozesse – bestellen, lagern, liefern – werden gestört. Bei unregelmäßigen Lieferungen bevorraten sich die Warenwirtschaftssysteme des Großhandels und der Apotheken automatisch mehr. Das liegt an modernen Bestellalgorithmen, die automatisch die Sicherheitsbestände erhöhen. Diese sind sehr sensibel und reagieren sehr kritisch. Aus diesem Teufelskreis heraus entstehen Hamsterkäufe, die das Problem weiter anheizen. ADHOC: Lässt sich das WaWi-System nicht anpassen?
SAUER: Doch, das lässt sich manuell nachskalieren. Aber das wird in der Masse, mit der wir es zu tun haben, nicht funktionieren. Im Alltag lässt sich eine händische Anpassung der Reichweite und Mindestbestellmenge nur bedingt umsetzen. Das bringt auch nichts, wenn es Einzelne tun. Die sind dann die Verlierer. ADHOC: Was passiert, wenn die Lager leer sind?
SAUER: Apotheken wollen die Ware bei der nächsten Verfügbarkeit nachgeliefert bekommen. Wir wissen genau, wie viele Backorders wir haben. Wenn wir dann Ware von den Hersteller erhalten und gleichzeitig 1000 Kunden mit Nachlieferungen bedienen müssen, sind die Lager gleich wieder leer. Das stört den Betriebsablauf wieder massiv, lässt sich aber angesichts der Liefersituation der Hersteller nicht verhindern.

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