Lieferengpässe

Kein Metoprolol im August Patrick Hollstein, 22.07.2016 08:04 Uhr

Berlin - Metoprolol 200 retard: Bei solchen Rezepten schrillen derzeit bei jedem Apotheker die Alarmglocken. Der Betablocker ist seit Wochen defekt, ein Ende des Lieferengpasses ist nicht absehbar. Im August wird es jedenfalls sehr wahrscheinlich keinen Nachschub geben. Derweil hat Mylan Probleme mit anderen wichtigen Rabattpräparaten.

Hexal ist als langjähriger AOK-Rabattpartner mit seinem Metoprololtartrat mittlerweile seit einem Vierteljahr defekt, das Produkt der Schwesterfirma 1A Pharma sogar noch etwas länger. In der Folge waren auch die Bestände der anderen Hersteller schnell ausverkauft.

In Holzkirchen hatte man Ende vergangenen Jahres die Produktion von Metoprolol beim britischen Lohnhersteller Nextpharma abgezogen und an Lek, eine Tochterfirma in Polen, vergeben. „Jetzt läuft die Validierung“, erklärt der Hexal-Sprecher Ende Juni. Das werde noch bis in die Sommermonate dauern, also bis August. Aktuell heißt es auf Nachfrage, es gebe noch keine Neuigkeiten.

Ratiopharm hatte gehofft, Anfang Juli wieder alle Anfragen bedienen zu können. Doch davon hat man sich mittlerweile wieder verabschiedet, nachhaltig lieferfähig zu sein: „Tatsächlich ist es derzeit trotz aller Bemühungen nicht vollständig möglich, die durch den Ausfall der Rabattvertragspartner entstandenen Lücke komplett zu schließen“, so ein Sprecher. Die Stärke à 200 mg werde erst Mitte August bis Anfang September wieder voll lieferbar sein.

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