Zytoservice/GHD

Kartellamt: Kein Problem mit Zyto-Duopol

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Berlin -

Das Kartellamt hat die Übernahme der verbliebenen Herstellungskapazitäten von GHD durch Zytoservice abgenickt. Damit entsteht im Bereich der Sterilherstellung ein neuer Branchenriese. Die Standorte in Haan, München und Leipzig gehören nun zum Hamburger Herstellbetrieb, der damit erstmals vom Konzept der zentralen Produktion abgeht.

Nur die Sterillabore in Greven sowie die erst im vergangenen Jahr übernommene Produktion von Alphamade in Berlin bleiben bei GHD. Hier will sich das Unternehmen auf die Herstellung von patientenindividuellen Lösungen für die parenterale Ernährung und für spezielle Infusionstherapien konzentrieren. GHD hatte in den vergangenen Jahren mehrere Herstellbetriebe aufgekauft: Medinal in Greven, AdHibis in München, Oncosachs aus Leipzig, Oncotrade in Haan und RS Pharma aus Berlin.

Durch den Zusammenschluss würden neue Arbeitsplätze geschaffen und alle bestehenden erhalten, versprach GHD. Man freue sich über die Chance, die Herstellungskapazitäten im Bereich der Zytostatika-Herstellung „so auszuweiten, dass wir mit den zusätzlichen Herstellungsstandorten eine schnelle und regionale Versorgung mit patientenindividuellen Zytostatika deutschlandweit realisieren können“, so Zytoservice-Geschäftsführer Enno Scheel. „Unser Vorteil ist die hohe GMP-konforme Herstellungsqualität gepaart mit regionalen Herstellungskapazitäten, mit denen wir die Apotheken mit den notwendigen Zytostatika für ihre Patienten sicher, schnell und mit hoher Qualität versorgen können.“

Zuvor hatte GHD einen Standort in Berlin an den Zytoservice-Konkurrenten Medios abgegeben. Was der aus der BerlinApotheke hervorgegangene Specialty-Anbieter damit will, ist unklar: Das Unternehmen baut gerade ein neues Werk. Firmenchef Manfred Schneider hatte außerdem vor Kurzem im Rahmen einer strategische Allianz 5 Prozent der Anteile an den aus der Hamburger Cranach-Apotheke von Martin Hesse hervorgegangenen Spezialgroßhändler Cranach Pharma abgegeben.

Sowohl hinter GHD als auch hinter Zytoservice stehen Finanzinvestoren. Die Ahrensburger Unternehmensgruppe gehört seit 2014 zu Nordic Capital. Zytoservice wurde 2016 von IK Investment Partners übernommen – der Risikokapitalgeber war zuvor an GHD beteiligt. Mit einem Umsatz von 180 Millionen Euro im Jahr 2015 liegt Zytoservice vor GHD mit 120 Millionen Euro und Medios Manufaktur mit 35 Millionen Euro.

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