Apothekenkosmetik

Eucerin überführt Graumarkt-Apotheken

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Berlin -

Nicht nur Apotheker ärgern sich, wenn Kosmetikmarken aus der Offizin im Drogeriemarkt auftauchen. Auch der Industrie ist der Graumarkt ein Dorn im Auge. Schon seit Jahren versucht der Eucerin-Hersteller Beiersdorf, den Abfluss von Ware zu stoppen. Mit versteckten RFID-Etiketten hat der Konzern jetzt tatsächlich ein Dutzend Apotheker überführen und zur Rede stellen können.

Regelmäßig berichten Apotheken darüber, dass ihnen per Fax der Ankauf von apothekenexklusiven Produkten angeboten wird. Absender sind nach Informationen von APOTHEKE ADHOC Firmen wie EuroRx oder der mittlerweile insolvente Zwischenhändler Teccom. Das ist nicht illegal, allerdings begeben sich Apotheken, die sich auf solche Offerten einlassen, auf dünnes Eis. Denn sie haben in der Regel einen Depotvertrag unterschrieben, der ihnen solche Geschäfte verbietet.

Da trotzdem immer wieder Ware außerhalb der Apotheke auftaucht, hat Beiersdorf bereits 2017 eine Projektgruppe ins Leben gerufen mit dem Ziel durch eine neue Technologie den Verkauf von Ware in den Graumarkt offenzulegen und zu stoppen. Nachdem der Konzern Jahre zuvor mit Privatdetektiven zusammengearbeitet hatte, sollten diesmal moderne Technik dabei helfen, die Zwischenhändler und ihre Partner zu überführen.

Mehr als 500.000 Packungen wurden seit Ende 2019 mit versteckten RFID-Chips versehen. Diese wurden in der Produktion in einem manuellen Prozess auf der Innenseite der Umkartons platziert. Anschließend wurde protokolliert, wohin die jeweiligen Einheiten verkauft wurden. Wenn diese Packungen nun irgendwo im Mass Market wieder auftauchen würden, sollte nachzuvollziehen sein, auf welchen Wegen sie dorthin gekommen sein mussten.

In mehr als 500 Drogeriemärkten suchten Mitarbeiter des Konzerns im Laufe des Jahres nach den Produkten. Mehr als 100 Treffer gab es – und mit der Zeit konnte das Team um Deutschlandchef Frank-Simon Basel und Sales Director Enno Martini tatsächlich ein Muster erkennen. „Wir waren bislang immer davon ausgegangen, dass es einige wenige große Lieferanten gibt, etwa Versender oder einzelne Großhandelsniederlassungen“, berichtet Martini. „Doch jetzt wurde klar, dass es eine ganze Reihe einzelner Apotheken waren, darunter auch namhafte.“

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