Brigitte: Apothekerin erklärt Graumarktgeschäfte | APOTHEKE ADHOC
Apothekenexklusivität

Brigitte: Apothekerin erklärt Graumarktgeschäfte

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Berlin -

Die Frauenzeitschrift Brigitte geht der Wahrheit über exklusive Pharma-Kosmetik auf den Grund. Apothekerin und Gruner & Jahr-Redakteurin Diana Helfrich erklärt online den Unterschied von apothekenexklusiv und -pflichtig. Die Pharmazeutin empfiehlt Kunden mit Hautproblemen den Gang in die Offizin – billiger werde es in der Drogerie auch nicht.

Der Begriff apothekenexklusiv habe, anders als der Begriff apothekenpflichtig, nichts mit dem Arzneimittelgesetz zu tun, schreibt Helfrich in dem Artikel. „Dahinter steht ganz einfach eine Marketingstrategie.“ Manche der Produkte wie Bepanthol von Bayer seien auch Weiterentwicklungen oder Ergänzungen zu Arzneimitteln. Die Wund- und Heilsalbe Bepanthen des Leverkusener Konzerns sei beispielsweise ähnlich verpackt ist und beinhalte ebenfalls Dexpanthenol.

Die Apothekerin will mit dem Beitrag, der auch auf ihrem Blog veröffentlicht wurde, jedoch nicht Drogerieprodukte verteufeln. Sie stellt diplomatisch klar, dass Kosmetikprodukte nicht wirksamer sind, nur weil sie in der Offizin verkauft werden. „Geschweige denn, dass man nicht auch in Drogerien oder Parfümerien erstklassige Pflegeprodukte kaufen kann.“

Allerdings gebe es „eine richtige Beratung“ nur in der Apotheke. „Ich finde aber tendenziell, dass Leute mit einem Hautproblem oft gut damit bedient sind, in die Apotheke zu gehen“, schreibt sie. Wer unter Akne, Rosacea oder Neurodermitis leide, werde Informationen wollen. Zudem kauften diese Kunden nach ärztlicher Empfehlung.

Außerdem sei spezielle Kosmetik immer teurer, egal wo man sie einkaufe. Helfrich erklärt, man nicht sagen könne, dass Drogerien Apothekenkosmetik nicht anbieten dürften. Dafür gebe es keine gesetzliche Grundlage. Angesichts von Depotverträgen zwischen Hersteller und Apotheke sowie Großhandel könnten dm & Co. die Produkte gar nicht erst einkaufen.

„Apothekenmarken in Drogerien bedeuten meist einen Verstoß gegen das Weiterverkaufsgebot“, klärt sie auf. Stehen Eucerin, Vichy und andere aus der Offizin bekannte Marken im Drogerieregal, müsse man davon ausgehen. „Das passt den Apothekern und den meisten Herstellerfirmen auch nicht.“ Ein Weg sei anhand der Chargennummern die undichte Stelle im Vertriebskanal herauszufinden.

Die Graumarktgeschäfte beschäftigen die Branche: Die großen Hersteller bekommen regelmäßig Anfragen von Händlern, die ihr Sortiment erweitern wollen. Die Drogeriekette dm hatte Marken wie Eucerin, Vichy und Bepanthol vor drei Jahren ausgelistet, bietet sie allerdings wieder im Online-Shop an. Rossmann und Müller verkaufen Apothekenkosmetik je nach Verfügbarkeit.

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